Rezension

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?

Titel Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
Reihe
Band Einzelband
Autorin Emily Rudolf
Übersetzer:in
Illustrator:in
Verlag Fischer Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Phantastik, Jugendbuch
Preis 18,00 €
Seitenzahl 432 Seiten
Bewertung
Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?

Ich kaufe aktuell nur noch selten Bücher spontan – Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder? war aber eines davon. Es hat mich in der Buchhandlung einfach angelächelt und durfte mit. Mein erstes Buch von Emily Rudolf, Das Dinner, hatte mich bereits begeistert, also waren die Erwartungen entsprechend hoch. Zum Glück wurden sie erfüllt.

Die Atmosphäre in Die Housesitterin fühlt sich an wie ein aufziehendes Gewitter

Was mich von der ersten Seite an gepackt hat, ist die Atmosphäre. Stimmungsvoll, ein wenig düster wie ein aufziehendes Gewitter. So eins, das man schon spürt, aber noch nicht sehen kann, weil die Sonne scheint. Dass die Figuren so vielschichtig miteinander vernetzt sind, hat diese Stimmung noch verstärkt. Keine Figur passt in ein Raster, keine ist nur gut oder nur böse. Grenzen verschwimmen ständig, und wenn man glaubt, endlich durchzublicken und jemandem vertrauen zu können, ändert sich wieder alles.

Die Wendungen und der Plot haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Die eine oder andere Wendung hatte ich vorhergesehen, bei anderen lag ich dafür total daneben. Mit jedem neuen Kapitel und jedem Perspektivwechsel dreht sich die Geschichte um 180 Grad. Das muss man erstmal schaffen. Der Schreibstil ist packend und flüssig, die Kapitelenden sind clever gewählt und arbeiten häufig mit Cliffhangern. Und dann wechselt das nächste Kapitel die Perspektive und springt in der Zeit; man bekommt also erstmal nicht die Antwort, die man haben will. Mag ich nicht immer, aber hier hat es gut gepasst und die Spannung noch weiter hochgeschraubt.

Cecilia, Johannes und ein Haus auf einer Nordseeinsel

Zu Cecilia als Protagonistin habe ich direkt eine Verbindung aufgebaut. Dass sie als Housesitterin in Luxushäusern wohnt, fand ich sowohl cool als auch gruselig. Alleine in großen Häusern, das muss man für gemacht sein. Man merkt aber sehr schnell, dass sie Dinge verbirgt, vor allem vor Johannes und ihren Freunden. Aber was genau und wie viel, das bleibt lange unklar. Mit jedem Kapitel bekommt man ein paar Häppchen mehr und reimt sich das Möglichste zusammen – das macht einen großen Teil des Charmes dieses Buchs aus.

Johannes hat mich so richtig hinters Licht geführt. Aus Spoilergründen sage ich dazu nicht mehr, aber Wendungen ihn betreffend haben mich kalt erwischt. Die Beziehung zwischen ihm und Cecilia, der Housesitterin für seine Familie, fand ich sehr spannend beobachten. Dass Cecilia ihre Freunde irgendwann zum Housesitting einlädt, weil sie sich in den großen Häusern ein wenig gruselt, war total nachvollziehbar. Das Haus der Waldners auf einer Nordseeinsel hätte ich auch nicht alleine gehütet. 😅

Am Ende überschlägt sich alles. Die Auflösung ist nachvollziehbar, aber nicht happy – und das passt. Alles fügt sich zusammen, und genau so soll es sein. Die Housesitterin ist ein stimmungsvoller Thriller mit einer düsteren Atmosphäre, cleveren Wendungen und Figuren, denen man nie ganz trauen kann. Emily Rudolf hat mich auch mit ihrem zweiten Buch nicht enttäuscht.

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