Rezension

Die Farbe der Rache

Titel Die Farbe der Rache
Reihe Tintenwelt
Band 4. Band
Autorin Cornelia Funke
Übersetzer:in
Illustrator:in
Verlag Oetinger Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Phantastik, Jugendbuch
Preis 26,00 €
Seitenzahl 352 Seiten
Bewertung
Die Farbe der Rache
Die Farbe der Rache

Wer die Tintenwelt-Trilogie kennt und liebt, weiß: Das Ende von Tintentod war rund. Abgeschlossen. Passend. Als Cornelia Funke nach sechzehn Jahren einen vierten Band ankündigte, war meine erste Reaktion deshalb nicht nur pure Vorfreude, sondern ehrlich gesagt auch ein bisschen Sorge. Funktioniert das noch? Passt die Atmosphäre? Findet sich ein Handlungsstrang, der eine Fortsetzung wirklich rechtfertigt? Kurze Antwort: Ja. Zu allem.

Die Farbe der Rache fühlte sich wie nach Hause kommen an

Band 4 setzt nicht unmittelbar an Band 3 an, es sind ein paar Jahre vergangen. Normalerweise bin ich kein großer Fan davon, aber hier hat es für mich absolut gepasst. Immerhin sind in der Realität ja ebenfalls einige Jahre vergangen. Und irgendwie hätte es sich vermutlich seltsam angefühlt, wären wir an exakt derselben Stelle eingestiegen, an der Tintentod endete. Was mich am liebsten mochte: Ich konnte elsen. was aus all den liebgewonnenen Figuren geworden ist. Welche Leben sie sich aufgebaut haben und wie sie sich entwickelt haben. Und das war so schön! Nach ein paar Seiten Eingewöhnung fühlte es sich an wie nach Hause kommen.

Den perfekten Aufmacher für die Fortsetzung liefert Orpheus. Der hatte sich in Band 3 ja leise, still und heimlich aus dem Staub gemacht. Seine Motivation ist so glaubwürdig wie beunruhigend: Er will Rache nehmen. An allen, die ihm im Weg standen und die ihn seiner Meinung nach enttäuscht haben. Charakterlich hat er sich nicht zum Positiven verändert, und als Antagonist in einer Welt, die er einst beherrschte, in der ihm nun aber die Hände gebunden sind, ist er eine absolute Bereicherung.

In Die Farbe der Rache dreht sich alles um Staubfinger

Dass der Fokus diesmal nicht auf Meggie und Mo liegt, sondern auf Staubfinger, fand ich eine tolle Entscheidung. In den ersten drei Bänden war er moralisch manchmal recht flexibel und sah sich selbst nie als Held und auch in Band 4 wird er nicht überzogen überhöht. Seine Heldenreise passt einfach zu ihm.

Dass Meggie, Mo und Co. derweil in einem Buch gefangen werden passt so enorm gut zur Reihe, dass ich es mir nicht anders hätte wünschen können. Es passt einfach so unfassbar gut.
Zur Auflösung sage ich natürlich nichts. Nur so viel: Ich war happy. Und alles ganz typisch Cornelia Funke. Mehr hätte ich mir nicht wünschen können. Ich bereue es ehrlich gesagt, dass dieser vierte Band so lange auf mich warten musste.

Die Farbe der Rache hat meine Sorgen vor einer Fortsetzung nach so langer Zeit vollständig zerstreut. Cornelia Funke kehrt in die Tintenwelt zurück, als wäre sie nie weg gewesen – mit derselben Atmosphäre, denselben liebgewonnenen Figuren und einer Geschichte, die sich organisch und reihenkonform anfühlt.

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