Abgebrochen

For 100 Days – oder: Warum man Bücher auch abbrechen darf

Hallo ihr Lieben!

Heute melde ich mich mal mit einem Beitrag der etwas anderen Art. Als ich heute Anabelles 7 Tipps für mehr Lesezeit las, bin ich auf ihren vierten Tipp – Bücher abzubrechen – aufmerksam geworden. Wer meinen Blog bereits eine Weile verfolgt, weiß, dass ich Bücher bisher nur im absoluten Notfall abgebrochen habe. Schließlich habe ich die Bücher gekauft oder sogar als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Gefällt das aktuelle Buch wider Erwarten dann doch nicht, ist das schlechte Gewissen groß. Schließlich kann man das Buch nicht einfach so abbrechen. Oder doch?

Was vor ein paar Jahren noch ein absolutes Unding für mich gewesen wäre, ist nun auf dem besten Weg, eine neue Handlungsmaxime zu werden. Denn wem nutzt es, wenn ich mich seiten- und tagelang durch ein Buch quäle, das mir nicht gefällt oder mich nicht interessiert? Immerhin warten auf meinem TBR knapp 130 weitere Bücher darauf, von mir gelesen zu werden. Von all den Neuerscheinungen und noch nicht von mir entdeckten Büchern ganz zu schweigen. Entsprechend stieß Anabelles Beitrag bei mir auf offene Ohren und gab mir den nötigen Impuls, um For 100 Days endgültig ad acta zu legen.

Warum ich For 100 Days nun letztendlich abgebrochen habe

Abgebrochen
Abgebrochen

Dass ich bereits mit dem ersten Band der For 100 Days-Reihe nicht warm wurde, hätte mir eigentlich Indiz genug sein sollen, dass diese Trilogie und ich einfach nicht zusammenpassen. In meiner Rezension zu For 100 Days – Täuschung habe ich bereits meinen Unmut über Lara Adrians Auftaktband geäußert, während meines Italienurlaubs habe ich Band zwei mitgenommen – in der Hoffnung, dass der Folgeband mehr Handlung und weniger Klischee liefern könnte. Leider vergeblich. Nach knapp 60 Seiten kann ich euch sagen: Nichts hat sich geändert. im Gegenteil, meine Kritik an Band eins trifft zu 100 Prozent auch auf Band zwei zu.

Klischeehafte Figuren ohne Tiefgang, das beinahe vollkommene Fehlen einer Handlung und toxische Geschlechterrollen haben bei mir gar nicht erst die Freude an der Reihe aufkommen lassen. Während Lara Adrian mir normalerweise beweisen konnte, dass sie auch starke Frauenfiguren mit Biss und Rückgrat erschaffen kann, war dies in For 100 Days nicht der Fall. Hinzukommt, dass sich Avery beinahe vollständig dem männlichen Protagonisten Dominic Bain unterwirft, zwar gedanklich Zweifel daran äußert, schlussendlich aber dennoch alles tut, was dieser von ihr erwartet. Zwar macht er das alles nur zu ihrem Besten – er sagt sogar, dass er sie lehren will, ihre eigene Macht über Männer endlich begreifen zu können – für mich hatte das alles jedoch den faden Beigeschmack einer toxischen Verbindung.

Warum ich trotz der negativen Leseerfahrung mit For 100 Days – Täuschung dennoch zu Band zwei griff

Warum ich die Reihe dennoch weiterlesen wollte, hatte tatsächlich mehrere Gründe. Neben der Hoffnung „Vielleicht wird das Buch/ die Reihe ja im weiteren Verlauf besser?“ spielte auch die Tatsache, dass ich direkt alle drei Bände als Mängelexemplare gekauft hatte und das Geld nicht umsonst ausgegeben haben wollte, eine Rolle. Grade bei Autoren, von denen man bisher immer überzeugt oder begeistert werden konnte, ist es schwerer, ein Buch tatsächlich auch abzubrechen. Zwar war ich nach Band eins dermaßen enttäuscht, dass ich mir bereits vorgenommen hatte, die Reihe gesammelt in den nächsten Bücherschrank zu stellen, dennoch war da irgendwo in der Tiefe ein Stimmchen, dass mich davon überzeugte, der Reihe noch eine Chance zu geben.

Gerade als Blogger und bibliophiler Mensch legt man sich selbst eine Last auf, in dem man versucht, jedes begonnene Buch auch zu beenden und zu rezensieren. Mit dem Abbruch von For 100 Days gehe ich nun den ersten Schritt zu einem befreiteren und selbstbestimmteren Leseverhalten. Denn seien wir mal ehrlich, was bringt es uns, Bücher zu lesen, die uns nicht gefallen? Im Endeffekt legen wir das Buch enttäuscht zur Seite und hardern damit, Zeit verschwendet zu haben, in der wir so viele potenziell gute Bücher hätten entdecken können. Und wer weiß? Vielleicht freut sich ja jemand an meiner Spende und kann sich an For 100 Days erfreuen.

Wie steht es bei euch: Brecht ihr Bücher ab, die euch nicht überzeugen können oder wollt ihr das noch lernen? Falls ihr Bücher abbrecht, welches Buch habt ihr zuletzt abgebrochen und was macht ihr mit solchen Büchern?

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2 responses to “[Abgebrochen] For 100 Days – oder: Warum man Bücher auch abbrechen darf

  1. Hallo,
    du hast ja so recht. In allen Punkten, denn bei mir ist es auch häufig das schlechte Gewissen, das mich weiterlesen lässt. Meist allerdings bei Rezensionsexemplaren. Wenn ich ein Buch selber gekauft habe, kann ich das besser bzw. schneller abbrechen als diese. Wobei ich auch sehr selten ein Buch nicht beende. Meist bin ich einfach doch zu neugierig, wie der Autor*in das Buch zum Ende bringt. Es muss also wirklich schlecht sein, wenn ich ein Buch abbreche.
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

  2. Hallo Diana,

    vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Grade bei Rezensionsexemplaren ist der Druck enorm hoch und das schelchte Gewissen ist super schnell da. Aber auch hier will ich es lernen, Bücher abzubrechen. Zum Glück musste ich das bisher noch nicht, weil ich ein gutes Händchen mit meinen Reziexemplaren hatte.
    Wie viele Bücher hast du denn bisher abgebrochen? Weißt du das vielleicht sogar?

    Liebe Grüße
    Nina

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