Titel Stalking Jack The Ripper – Die Spur in den Schatten Reihe Die grausamen Fälle der Audrey Rose Band 1. Band Autorin Kerri Maniscalco Übersetzerin Diana Bürgel Hörbuchsprecherin Dagmar Bittner Verlag Piper Erschienen als Taschenbuch Genre Historische Thriller Preis 18,00 € Seitenzahl 416 Seiten Bewertung

Wer macht sich freiwillig auf die Suche nach Jack the Ripper? Audrey Rose Wadsworth. Und ich war von der ersten Minute an dabei. Kerri Maniscalco ist für mich keine Unbekannte – ihre Kingdom of the Wicked-Trilogie habe ich bereits gelesen und dort besonders die detaillierten Beschreibungen und die sorgfältige Recherche des Settings geschätzt. Bei Stalking Jack The Ripper – Die Spur in den Schatten war das wieder genauso. Als Hörbuch hat mich die Kombination aus Übersetzerin Diana Bürgel und Sprecherin Dagmar Bittner dabei wunderbar durch die Geschichte getragen – beide haben einen tollen Job geleistet.
In Stalking Jack The Ripper – Die Spur in den Schatten führt uns Audrey Rose durch das viktorianische London
Die Atmosphäre des Buchs hat mir richtig gut gefallen. Die Londoner High Society um 1880 ist überzeugend eingefangen, und was ich besonders mochte: Protagonistin Audrey Rose spielt die ganze Zeit mit den gesellschaftlichen Erwartungen. Sie kennt ihre Stellung, nutzt ihre Privilegien wohl kalkuliert und strebt im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach mehr, ohne dabei wie eine „Pick me“-Figur zu wirken oder übermäßig modern zu sein. Bei Mode und Make-up unterscheidet sie sich kaum von den anderen jungen Damen ihrer Gesellschaft. Dass sie sich für forensische Wissenschaften interessiert, ist da dann doch eine etwas größere Ausnahme. Als Protagonistin wirkt sie echt, traut sich was und passt trotzdem in ihre Zeit. Das ist gar nicht so einfach zu schreiben, und Kerri Maniscalco schafft es.
Ihren Gegenpart Thomas konnte ich die ganze Zeit nur schwer einschätzen. Er war mir zwar direkt sympathisch, aber ich habe mich an einigen Stellen dennoch gefragt, was da noch so in ihm steckt. Seine Beziehung zu Audrey Rose hat mir beim Zuhören viel Spaß bereitet, weil die beiden sich so herrlich anfrotzeln. Audreys Onkel Jonathan, ihr Vater und ihr Bruder sind gut konstruiert und ausreichend beschrieben, dass ich sie vor meinem inneren Auge sehen konnte. Onkel Jonathan war mir dabei durchweg am sympathischsten, allein schon, weil er Audrey in die forensische Wissenschaft einführt.
Jack the Ripper, forensisch untersucht
Dass eine junge Frau sich auf die Suche nach Jack the Ripper macht und seine Opfer forensisch untersucht; was für eine Ausgangssituation! Und umgesetzt wurde sie mindestens genauso gut. In den letzten 25 Prozent geht es dann ordentlich rund, die Spannung wird bis zum Schluss gehalten, und das Ende hat mich wirklich überrascht. Ich bin nicht drauf gekommen, wer es ist und das, obwohl die Hinweise im Nachhinein gut platziert waren.
Eine kleine Warnung möchte ich aber noch mitgeben: Einige Stellen sind sehr plastisch beschrieben. Für mich hat das gut zur Handlung gepasst und zum Lesen von forensischen Untersuchungen gehört das einfach dazu. Wer damit allerdings Schwierigkeiten hat, sollte das im Hinterkopf behalten.
Stalking Jack The Ripper – Die Spur in den Schatten ist ein stimmungsvoller Auftakt mit einer überzeugenden Protagonistin, einem fesselnden Plot und einer Atmosphäre, die das viktorianische London richtig lebendig werden lässt.