Rezension

Rette mich vor dir

Titel Rette mich vor dir
Reihe Shatter me
Band 2. Band
Autor Tahereh Mafi
Übersetzer Mara Henke
Illustrator
Verlag Goldmann Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Dystopie, Jugendbuch, YA, Fantasy
Preis 9,99€
Seitenzahl 432 Seiten
Bewertung ....

Das Buch in drei Worten?

Spannend, kämpferisch, gefühlsintensiv.

Das Cover?

Das Cover des zweiten Bandes der Juliette-Trilogie ähnelt der Aufmachung des ersten Bandes sehr. Auf beiden Büchern sieht man dieselbe Skyline, lediglich Kleidung und Positionierung der Frau auf dem Cover haben sich verändert. Ich finde, dass das Cover immer noch sehr stimmig ist und auf den Inhalt einer Dystopie schließen lässt.

Die Handlung/das Setting?

Die Handlung setzt nahtlos an das Geschehen des ersten Buches an. Juliette hat immer noch mit den Folgen ihrer früheren Entführung zu kämpfen und weiß nicht so wirklich, woran sie ist. Schwere Selbstzweifel und Schuldgefühle machen ihr zu schaffen. Vor allem in Bezug auf Adam und Warner wird es noch einiges zu entdecken geben. Zudem verkompliziert sich Juliettes Beziehung zu Adam auf höchst unangenehme Weise.
Das Setting ist gleichbleibend düster und hoffnungslos. Das Wetter spielt verrückt, Tiere gibt es kaum noch und auch Flora und Fauna scheinen aufgegeben zu haben. Das perfekte Setting für eine Weltuntergangsvision. Dabei fühlte ich mich an keine andere Dystopie erinnert, von denen ich zugegebenermaßen auch noch nicht so viele gelesen habe. Unterbewusst atmosphärisch war das Grauen der unbekannten Zukunft immer zugegen, was mich sowohl begeistern als auch beunruhigen konnte. Begeistern, weil es der Autorin gelang, ein ständiges Unwohlsein des Lesers aufgrund der gegenwärtigen Situation der Figuren zu schaffen. Beunruhigt, weil ich mich ziemlich gut in die Figuren einfühlen konnte.

Der Schreibstil?

Mit dem Schreibstil kam ich teilweise nicht so gut klar. Schon im ersten Buch hat mich Juliettes krankhafte dreifach Wiederholung und Ausstreichung von Worten, Satzteilen und ganzen Sätzen ziemlich gestört. Aber da schob ich es auf ihre labile Konstitution und ihre gegenwärtige Situation. Diese verändert sich im zweiten Band allerdings stark. Und dennoch ließ ihr Tick nur schleichend nach. Versteht mich nicht falsch, ich finde das auf der einen Seite sehr gut, da realistisch gezeichnet. Aber irgendwann haben mich ihre Gedankenmonologe und Ticks ein klein wenig gestört. Vor allem dann, wenn es spannend wurde. Ansonsten haben mir Wortwahl, Satz- und Kapitellänge sehr gut gefallen.

Die Figuren?

Ich muss ja sagen, dass ich mit Juliette teilweise richtige Probleme hatte. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass die neue Situation nicht leicht ist. Und dass sie sich nicht bessert, ist mir auch bewusst. Aber so sehr in Selbstmitleid zu versinken, dass man andere um sich herum nicht mehr wahrnimmt, fand ich dann doch ziemlich schade. Vor allem, weil sie gegen Ende des ersten Buches so etwas wie Kampfgeist entwickelt hatte. Zudem war sie glücklich. Auch Adam muss einiges durchmachen. Er tat mir in diesem Band ziemlich leid. Neben Dingen, die er anderen verheimlicht, die jedoch trotzdem ans Licht kommen gibt es vieles, das er nicht weiß. Ich fürchte mich vor dem Moment im dritten Buch, wenn alles rauskommt. Und Kenji war mitunter mein Highlight. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, ist aber dennoch ein guter Kerl. Ich wüsste nicht, ob das Buch ohne ihn weitergegangen, oder ob Juliette komplett in ihrem Selbstmitleid versunken wäre. Und Warner, das ist so eine ganz spezielle Sache. Wirklich überrascht hat mich nur wenig. Denn ein Teil der Entwicklung war abzusehen. Dennoch war es sehr gut umgesetzt. Die anderen Wendungen hatte ich nun aber wirklich gar nicht erwarten, beziehungsweise in diese Richtung denken können.

Positives?

Mit hat die Stimmung im Buch sehr gut gefallen. Und auch die Idee der Mutationen der Menschen als Reaktion auf ihre Umwelt. Eine wirklich tolle Idee. Auch, dass die Figuren sich weiterentwickeln und es Wendungen gab, die (ob absehbar oder nicht) gut eingebaut und auch ausgebaut wurden. Ich hatte beim Lesen ständig das unterschwellige Gefühl von Bedrohung, und das finde ich enorm gut umgesetzt. Wenn Juliette im dritten Buch so bleibt, wie am Ende des zweiten, dann habe ich viel im nächsten Buch zu erwarten.

Negatives?

Dass ich mit Juliettes Tick nicht so gut zu Recht kam wie noch im ersten Buch, ist mein ganz persönlicher Leseeindruck. Ich hatte einfach das Gefühl, dass Juliette weiter hätte sein müssen. Stattdessen hat sie für jeden Schritt vorwärts zehn zurück gemacht. So kam es mir jedenfalls vor. Für den Plot ist das nicht hinderlich, aber einige Wiederholungen haben mich einfach aus dem Lesefluss gebracht.

Empfehlung?

Definitiv. Ich bin ein kleiner Dystopie-Neuling, wenn man bedenkt, dass ich ziemlich wenige bisher gelesen habe. Dennoch finde ich, dass Rette mich vor dir ein Gefühl der ständigen Gefahr und unterschwelligen Bedrohung vermittelt, die gut in das Setting passt. Auch die besonderen Fähigkeiten der Menschen, die an sich nichts Neues sind, finde ich sehr gut eingearbeitet und eingesetzt. Wer sich mal an Dystopien versuchen will oder sogar schon ein Fan ist, sollte unbedingt in die Juliette-Trilogie reinschnuppern.

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