Rezension

Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe

Titel Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe
Reihe
Band Einzelband
Autor Michelle Marly
Übersetzer
Illustrator
Verlag Aufbau Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Romanografie, Historischer Roman
Preis 12,99€
Seitenzahl 446 Seiten
Bewertung
Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe
Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe

Romanografien der Reihe Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe ist ein Genre, das ich 2020 schätzen und lieben gelernt habe. Und auch Yvonne, aka. beste Buddyread-Partnerin unter der Sonne mag sie. Entsprechend schnell stand für uns also fest, dass wir Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe lesen wollen. Warum mich das Werk nicht vollständig überzeugen konnte, liest du hier:

Unsere Geschichte ist voller starker Frauen mit beeindruckender Lebensgeschichte, die unbeugsam ihren Weg gehen und an ihren Traum glauben. Zu diesen Frauen gehört auch Coco Chanel, deren wahre Biografie bis heute ein großes Mysterium ist. Angelockt vom bis heute andauernden Charme des Hauses Chanel wollte ich mehr über die Modeikone lesen und startete im Buddyread mit Yvonne in die Romanografie Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe.

Aber wie du bereits im Teaser gelesen hast: Michelle Marlys Werk konnte mich nicht vollkommen überzeugen. Dabei hätte ein kleines Vorwort meine Erwartungshaltung ändern und auch meine abschließende Bewertung verbessern können. Daher als kleinen Tipp vorneweg: Lies dir das Nachwort der Autorin durch, bevor du den Roman liest. So wird einiges ins rechte Licht gerückt. Doch nun zu meiner Meinung.

Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe hat viel ungenutztes Potenzial

Coco Chanels Werdegang ist einzigartig: Aus ärmlichen Verhältnissen stammend hat sie sich mit viel Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und Fleiß an die Pariser Spitze der Modewelt geschneidert – an der das Haus Chanel noch immer steht. Ihre unkonventionellen Schnitte und frischen Ideen haben die Mode nachhaltig verändert und geprägt. Doch wer die Frau hinter dem kleinen Schwarzen und dem Chanel-Kostüm wirklich ist, ist kaum Menschen bekannt – eine Frau, ein Mysterium. Hierin liegt sowohl Fluch auch als Segen der Romanografie: Es gibt viele Graustellen, die mit fiktiven Ideen gefüllt werden können. Und das hat Michelle Marly auch meisterlich gelöst.

Ihre fiktive Handlung wirkt schlüssig und realitätsnah. Auf jeder Seite ist spürbar, wie viel Liebe zum Detail und Recherchearbeit in diesem Werk stecken. Doch leider fokussiert sich Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe hauptsächlich auf die Themen Männer und Liebe. Coco Chanel wird über ihre (zumeist männlichen) Kontakte und Liebhaber definiert. Zwar wird, wie der Titel schon erahnen lässt, die Schöpfungsgeschichte des berühmten Parfum Chanel No. 5 erzählt, der romantische Anteil steht allerdings klar im Vordergrund.

Dabei hätte es noch einige Ansätze geben können: Der Aufbau der Marke Chanel, die Erfindung des kleinen Schwarzen – das–zur damaligen Zeit ein absolutes Novum war – oder auch die des klassischen Chanel-Kostüms. Denn eine Persönlichkeit wie Coco Chanel, die bis heute noch nachwirkt, kann auch ohne die Hilfe einflussreicher Männer erzählt werden.

Dennoch bin ich nicht unzufrieden mit Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe. Die Liebe der Autorin zur Haute Couture, Coco Chanel und Parfums ist auf jeder Seite deutlich lesbar. Marlys Schreibstil fließt seidig weich und führt gut durch die Romanografie. Ich hätte mich jedoch über ein wenig mehr Coco und weniger Liebesaffären gefreut.

Weitere Lesemeinungen:

Aber auch wenn es eine eher stille Romanografie ist, kann ich sie (insbesondere unter Einhaltung der o.g. Leseempfehlung) all jenen empfehlen, die ein Faible für dieses Genre, die 20er Jahre sowie Mode und Düfte besitzen. Yvonne | Lauschige Lesezeiten

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