Rezension

Löffelchenliebe

Titel Löffelchenliebe
Reihe
Band Einzelband
Autor Julia Kaufhold
Verlag Goldmann
Erschienen als Taschenbuch
Genre Liebesroman, Frauenroman
Preis 8,99€
Seitenanzahl 288
Bewertung ....

Löffelchenliebe in drei Worten?

Liebe, Babywunsch, Beziehungschaos.

Wie war die Handlung?

Die Handlung ist schnell aufgezeigt. Anna ist 35 Jahre alt und will unbedingt ein Kind. Doch einen Mann hat sie nicht, mit dem sie diesen Plan umsetzen kann. Als dann der junge David in ihre Leben tritt, wird alles kompliziert. Wie bringt man zwei unterschiedliche Lebensvorstellungen unter einen Hut?

Die Handlung hat jetzt keine anspruchsvolle Tiefe, hat mir aber schon zugesagt. Mit dem Babywunsch wird ein Thema angesprochen, dass viele Frauen unserer Zeit vor eine schwere Wahl stellt: Kind oder Karriere? Männer scheinen es da einfacher zu haben, die traditionelle Rollenaufteilung in Sachen Familie ist leider noch immer allein der Frau vorbehalten. In diesem Buch trifft traditionelles Rollenverhalten auf moderne und jugendliche Lebensplanung.

Wie waren die Figuren?

Anna hat mir schon gefallen. Teilweise war sie fast schon pathologisch in ihrem Wunsch nach Kindern und wirkte wie besessen. Dennoch konnte sie mich mit ihrem Wesen berühren. Ihre fast schon verpeilte Art macht sie mir sehr sympathisch.
David hat mich an eine Person aus meinem unmittelbaren Umfeld erinnert. Er ist jung und studiert, will die Welt sehen, engagiert sich in vielen Dingen und wird plötzlich mit dem Kinderwunsch seiner älteren Freundin konfrontiert, was für ihn gar nicht so einfach ist.

Wie war der Schreibstil?

Mit dem Schreibstil hatte ich so meine Probleme. Teils war er wirklich schön und angenehm und dann kamen Sätze, die mich aus dem Lesefluss rissen. Es war nicht die Wortwahl, sondern die verwandte Syntax, die einfach nicht in das Konzept passte. Somit musste ich des Öfteren inne halten, um eine Stelle zu rekapitulieren. Schade, da es mich insgesamt doch überzeugen konnte.

Was war gut?

Das Thema ist aus dem Leben gegriffen und aktuell. Viele Frauen sehen sich damit konfrontiert, erst Karriere zu machen und dann ihre biologische Uhr ticken zu hören. Die Zeit, die Frauen zur Verfügung steht, um Kinder zu bekommen ist knapp bemessen. Vor allem in einer Zeit, in der Frauen weniger gut bezahlt werden als Männer, eben weil sie Kinder bekommen können und sich gegen männliche Mitbewerber immer doppelt so hart durchsetzen müssen. Hat man sich dann erst Mal ein sicheres Standbein erarbeitet, das eine Familienplanung ermöglicht, tickt die Uhr schon recht laut. Dies wurde wunderbar umgesetzt.

Was war nicht so gut?

Der Schreibstil hat mich ein wenig gestört. Zudem kommt hinzu, dass Anna in ihrem Wunsch schon beinahe pathologisch wurde. Ich empfand sie als überzeichnet und musste unwillkürlich mit dem Kopf schütteln, wann immer sie David in die Enge trieb. Das in die Enge treiben an sich, ist mir selbst in Streitfragen nicht fremd, schließlich scheint es sich um eine weibliche Waffe der Kriegsführung, dennoch hatte der arme Kerl keine Chance vernünftig mit ihr zu reden.

Kann ich Löffelchenliebe empfehlen?

Ich hatte Spaß und konnte an einigen Stellen wirklich gut lachen. Dennoch hatte ich mir ein wenig was anderes vorgestellt. Ich kann den Finger nicht darauf legen, aber meine Erwartungen waren doch anders. Dennoch hat mir das Buch grundlegend gut gefallen.
Wer Chick-Lit Romane gerne liest und auch Situationskomik zu schätzen weiß, ist mit diesem Buch gut beraten.

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