Rezension

Die Frau von Montparnasse

Titel Die Frau von Montparnasse
Reihe
Band Einzelband
Autor Caroline Bernard
Übersetzer
Illustrator
Verlag Aufbau Taschenbuchverlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Roman
Preis 12,99 €
Seitenzahl 436 Seiten
Bewertung
Die Frau von Montparnasse
Die Frau von Montparnasse

Simone de Beauvoir ist eine der wichtigsten Philosophinnen und Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Sie ist ein Vorbild und Vorreiterin eines modernen Frauenverständnisses, das bis heute nachwirkt. Umso gespannter war ich auf die Romanografie Die Frau von Montparnasse. Meine Meinung:

Simone de Beauvoir ist vielen als Lebenspartnerin, Geliebte und gedankliche Sparringspartnerin Jean-Paul Satres bekannt. Dabei hat diese faszinierende Frau wichtige Texte und Thesen veröffentlicht, maßgeblich Satres Abhandlungen mitbestimmt und mit ihrer freiheitsliebenden Lebensweise den Weg für ein modernes Frauenbild geebnet. In der Romanografie Die Frau von Montparnasse, die Yvonne und ich im Buddyread lasen, spielte eben dieses Spannungsfeld zwischen öffentlicher Wahrnehmung und individuellem Verständnis eine wichtige Rolle.

Die Frau von Montparnasse kann Simone de Beauvoir nicht vollkommen gerecht werden

Caroline Bernard schreibt in ihrem Nachwort, dass Simone de Beauvoir eines ihrer Vorbilder ist und sie selbst stark geprägt hat. Und das merkt man im Roman deutlich. Die Geschichte ist unglaublich gut recherchiert und detailliert geschrieben. Auch die zeitlichen Abläufe entsprechen – bis auf wenige Ausnahmen – den historischen Gegebenheiten. Eine für mich bei Romanografien sehr wichtiger Punkt.

Caroline Bernard schreibt außerdem, dass es sehr schwer ist, einer Frau wie Simone de Beauvoir gerecht zu werden. Ihre Vita ist so einzigartig, dass eine fiktionale Umsetzung einiges an Mut bedarf. Und leider habe ich hier ein paar Kritikpunkte. Denn in Die Frau von Montparnasse kämpft Simone de Beauvoirs Wirken gegen ihren Lebenspakt mit Jean-Paul Satre. Natürlich ist Simones Beziehung zu Satre von außerordentlicher Bedeutung – schließlich wirkte er als Katalysator für Simones Ehrgeiz und Wissbegier (die jedoch zuvor bereits vorhanden waren). Er fordert und fördert sie, beide Figuren begegnen einander auf Augenhöhe.

In den ersten 11 Kapiteln wird dies auch eindrucksvoll dargestellt, in den restlichen Zweidritteln funkt der Lebenspakt der beiden immer mehr dazwischen. Immer wieder überschatten emotionale Gedankenmonologe Satre betreffend Simones Handlungen, ihr eigenes Streben ihr Leben als Autorin umzusetzen verschwindet dahinter. Gegen Ende bessert sich dieses Verhältnis und Simones Rolle als Autorin und Philosophin kommt stärker zum Tragen. Vor allem das letzte Kapitel hat mir hierzu gut gefallen, davon hätte ich mir mehr gewünscht.

Dennoch ist Die Frau von Montparnasse ein eindrucksvolles Buch. Es transportiert ein philosophisches Lebensgefühl gekonnt in einen unterhaltsamen Roman, ist toll geschrieben und hat in mir die Lust geweckt, Simone de Beauvoirs Werke zu lesen – ganz im Sinne von Caroline Bernard.

Weitere Lesemeinungen:

Wenngleich ich die Lebensweise der Protagonistin immer noch nicht nachvollziehen kann, habe ich jetzt eine Ahnung, welchen Beitrag sie zur Frauenbewegung geleistet hat. Und allein das macht das Buch unglaublich lesenswert! Yvonne | Lauschige Lesezeiten

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