Rezension

Der Mann, der ins KZ einbrach

Titel Der Mann, der ins KZ einbrach
Reihe
Band Einzelband
Autor Denis Avey & Rob Broomby
Übersetzer Dietmar Schmidt
Illustrator
Verlag Bastei Lübbe Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Geschichte
Preis 9,99€
Seitenzahl 352 Seiten
Bewertung ....

Der Mann, der ins KZ einbrach in drei Worten?

Aufwühlend, berichtend, beängstigend.

Wie ist das Cover?

Das Cover von Der Mann, der ins KZ einbrach wirkt auf den ersten Blick deprimierend. Das Cover ist an die Häftlingskleidung der Konzentrationslagergefangenen angelehnt, zudem sieht man etwas, das der obere Teil eines Stacheldrahtzauns sein könnte. Darauf sitzt ein Vogel, der wohl der Einzige ist, der in Bezug auf diese Thematik frei ist.

Worum geht es in Der Mann, der ins KZ einbrach?

Es geht um die Lebensgeschichte von Denis Avey, der als Soldat im Zweiten Weltkrieg gekämpfte. Er geriet in italienische Gefangenschaft und kam schließlich, nach mehreren Fluchtversuchen, in ein Konzentrationslager des Nazi-Regimes – Ausschwitz. Er war dort unter dem Schutz der Genfer Konvention und erlebte das Leid der Gefangenen hautnah. Er sah, wie unzählige Menschen unter dem Joch der Diktatur der Nazis starben. Dabei schildert er seine kompletten Erinnerungen an seine Kriegszeit, die Nachkriegszeit (in der keiner etwas von seinen traumatischen Erlebnissen hören wollte) und der Offenbarung, dass Menschen der heutigen Zeit ihm zuhören wollen.

Wie war der Schreibstil?

Der Schreibstil ist größtenteils sachlich und schlicht. Lediglich an der Wortwahl lässt sich erahnen, dass Denis Avey ein Mann älteren Jahrgangs ist, lässt man die Informationen aus dem Text selbst außen vor.

Wie empfand ich das Buch?

Ich finde Berichte von Zeitzeugen zu verschiedensten Themen unglaublich spannend. Der Wissensdurst in mir treibt mich an, möglichst viele Informationen zu lernen. Daher wählte ich auch ein Buch über den Zweiten Weltkrieg. Nachdem ich das Buch bereits seit einem Jahr auf dem SuB liegen hatte, zog ich es heraus und begann es. Trotz der negativen Rezensionen, die dem Soldaten Denis Avey vorwerfen, die Geschichte sei erstunken und erlogen, die sagen, dass es Lücken gibt und das Buch unglaubhaft sei – all diejenigen konnte ich getrost ignorieren. Es ging mir nicht darum, Geschichtsschreibung zu lesen. Die Geschichte kenne ich. Ob seine Geschichte stimmt oder nicht, kann keiner von uns bezeugen. Es steht mir persönlich auch nicht zu, darüber zu urteilen, ob diese Geschichte wahr oder erfunden ist. Ich habe Hochachtung vor den Menschen, die den Krieg (oder generell Kriege) erleiden mussten und irgendwie wieder zu positiven Gedanken kommen. Ich empfand Denis Aveys Geschichte als bewegend und konnte stellenweise nur den Kopf schütteln vor so viel Grausamkeit und Menschenhass.

Kann ich Der Mann, der ins KZ einbrach weiterempfehlen?

Ich denke, dass das Buch lesenswert ist. Jeder sollte selbst entscheiden, ob er/sie ein solches Thema lesen möchte. Das Buch ist nichts für zartbesaitete Menschen, daher solltet ihr lieber einmal hineinlesen. Es gibt zwar keine blutigen, genauen Beschreibungen, allerdings ist das Thema an sich bereits grausam genug.

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