Rezension

Der Herr der Diebe

Titel Der Herr der Diebe
Reihe
Band Einzelband
Autor Cornelia Funke
Übersetzer
Illustrator Cornelia Funke
Verlag Cecilie Dressler Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Kinderbuch
Preis 17,90€ [Leihbuch]
Seitenzahl 400
Bewertung .....

Der Herr der Diebe in drei Worten?

Liebe, Kindheit, Phantasie.

Das Cover von Der Herr der Diebe?

Das Cover von Der Herr der Diebe ist ebenso liebevoll gezeichnet, die restlichen Cover der Autorin. Besonders faszinierend dabei: Die Autorin zeichnet selbst. Ich liebe die kleinen Illustrationen, die sich überall in den Büchern verstecken. Sei es zum Kapitelanfang oder –ende, aber auch viele kleine Zeichnungen zwischendrin, sie ergänzen einfach das Leseerlebnis. Besonders toll ist es, wenn die Autorin ihre eigenen Figuren zeichnet, und dem Leser damit bei der Vorstellung schwieriger Sachen oder Personen unter die Arme greift.

Die Handlung/Das Setting von Der Herr der Diebe?

Wisst ihr eigentlich, dass ich Bücher von Cornelia Funke unglaublich gerne lese? Sie begleiten mich schon seit meiner Kindheit und können mich jedes Mal aufs Neue begeistern. Zunächst als sechstes Mitglied der Wilden Hühner groß geworden, entdecke ich nun Stück für Stück die weiteren Werke der Autorin. Die Tintenwelt konnte mich begeistern, und auch die Spiegelwelt hält mich in ihren Fängen. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis ich Der Herr der Diebe auch endlich einmal lesen werde.

Das Buch handelt von Bo und Prosper, deren gemeiner Tante und einer zauberhaften Stadt in Italien, Venedig. Zudem kommt eine Kinderbande und der Herr der Diebe vor – alles in allem genau das, was ich als Kind wahnsinnig gerne gelesen hätte. Die Jahre, die mich von meinem Wilde Hühner lesenden ich trennen, schmolzen beim Öffnen des Buchs einfach dahin. Das Buch bewirkt in gewisser Weise genau das, was sich einige immer wünschen: Eine Verjüngung. Ich war Teil der Bande, stromerte durch Venedig und fieberte mit Bo und Prosper mit.

Der Schreibstil von Cornelia Funke?

Was soll ich euch sagen? Ein Buch von Cornelia Funke in die Hand zu nehmen, ist für mich wie nach Hause zu kommen. Bereits ein Satz reicht aus, um mich in eine absolute Lesestimmung zu katapultieren. Es ist ein Decke-Tee-gutes Buch-Gefühl, das sich bei ihren Büchern automatisch bei mir einstellt. Ich kann am Schreibstil also überhaupt nichts aussetzen. An vielen Büchern für Kinder stört mich, dass die Bücher so enorm kindlich gehalten sind, dass ich sie nicht lesen mag. Cornelia Funke schreibt verständlich, aber nicht zu kindlich, sodass dem kindlichen Leser noch etwas zugetraut wird. Ich begrüße das sehr.

Die Figuren in Der Herr der Diebe?

Ich habe mich auf den ersten Zeilen direkt in die Figuren verliebt, bei den Antagonisten empfand ich sofort Abneigung. Vor allem Bo, Prosper, Scipio und Wespe haben es mir angetan. Ida und Victor konnten mich enorm begeistern, weil sie Erwachsene symbolisieren, die ihr inneres Kind nicht verloren haben. Und genau darum ging es: Um Kindheit und Erwachsensein. Den Spagat dazwischen, den Wunsch nach dem, was man nicht haben kann. All dies wurde wunderbar von den Figuren dargestellt. Während Bo ein absolut glückliches Kind ist, das beinahe in der Tradition der ewigen Kinder von ETA Hoffmann oder JM Barrie gesehen werden kann, repräsentieren die anderen Figuren unterschiedliche Stadien von Kindheit und Erwachsensein.

Bo konnte mich aufgrund seines ungeheuer fröhlichen und lebensfrohen Charakters begeistern. Prosper ist ein unendlich liebevoller großer Bruder, der wirklich alles in seiner Macht stehende tut, um seinen Bruder und seine Freunde zu beschützen. Wespe ist mir besonders nahe gewesen. Sie liest viel und ist herzensgut. Sie ist das Bindeglied der Bande. Mosca und Riccio konnten mich mit ihrer lustigen Art begeistern. Und Scipio tat mir unglaublich leid. Dennoch ist er eine faszinierende Person, wenn auch viel mehr als Nebenperson denn Protagonist. Zu guter Letzt die Erwachsenen Ida, Victor und Barbarossa. Ida und Victor habe ich einfach ins Herz geschlossen, da sie sich ihre Kindheit bewahren konnten, Barbarossa hat mir gar nicht gefallen. Er war einfach der Antagonist der Geschichte.

Positives über Der Herr der Diebe?

Dieses Buch ist einfach ein absolutes Wohlfühlbuch, das sich nicht nur an Kinder richtet. Auch Erwachsene können sich von Cornalia Funkes Der Herr der Diebe angesprochen fühlen. Der Wunsch der Kinder nach Volljährigkeit ist ebenso berücksichtigt worden, wie der Wunsch der Erwachsenen, erneut in ihre Kindheit eintauchen zu können. Das Buch bietet ein rundum zufriedenstellendes Leseerlebnis.
Zudem konnte mich auch der Plot begeistern, auch, wenn es ehrlich gesagt weniger um den Herrn der Diebe denn um die Kinderbande rund um Prosper und Bo geht. Aber das stört mich nicht im Geringsten.

Empfehlung zu Der Herr der Diebe?

Ich kann Der Herr der Diebe uneingeschränkt allen Menschen empfehlen, die in ihrem Herzen noch Kind geblieben sind. Es mag ein Jungbrunnen oder eine Reise zum kindlichen Ich sein, zumindest bietet es eine Auszeit vom anstrengenden Alltag als Erwachsener. Da ich mir dieses Buch aus meiner Lieblingsbibliothek ausgeliehen habe, werde ich mir Der Herr der Diebe unbedingt für mein Regal nachkaufen. Eine absolute Leseempfehlung.

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