Rezension

Amokspiel

Titel Amokspiel
Reihe
Band Einzelband
Autor Sebastian Fitzek
Übersetzer
Illustrator
Verlag Knaur Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Psychothriller
Preis 9,99€
Seitenzahl 448 Seiten
Bewertung ....

Amokspiel in drei Worten?

Anfangs spannend, abgekartert, wirr.

Wie ist das Cover?

Das Cover ist recht düster und hoffnungslos. Thematisch passt es damit super in das Genre Psychothriller, aber weniger zum eigentlichen Inhalt des Buchs. Der dunkle Hintergrund, die wenigen hellen Flächen und der dunkle Schatten einer vermutlich weiblichen Person passen besser zu einer Entführung in einem verlassenen, abrissreifen Bürokomplex, als zu einer Radiogeiselnahme.

Wie war die Handlung?

Die Handlung startete wirklich vielversprechend. Auf mehreren Ebenen wird die Geschichte einer alkoholkranken Kriminalbeamten und eines Geißelnehmers erzählt, hinter der viel mehr steckt als man anfangs vermutet. Zur Mitte hin werden immer neue Wandlungsstränge offenbart, hinzugefügt und offengelegt, die am Ende das große Ganze ergeben. Dennoch bot die Handlung ab dem zweiten Drittel für mich kaum noch Spannung.

Wie waren die Figuren?

Ira Samin, Kriminalbeamte und Psychologin, die in diesem Fall die Unterhändlerin spielt, hat mir sehr gut gefallen. Bereits zu Beginn des Buchs erhält man einen guten Einblick in ihren Charakter, erfährt von ihren Familienverhältnissen und Plänen. Alles, was am Anfang erwähnt wird, spielt eine tragende Rolle in allen Abschnitten der Geschichte, gewinnt an Tiefe und wird schlussendlich vollständig erzählt und aufgedeckt.
Jan konnte mich teilweise überzeugen. Er ist der Geiselnehmer, der gebildet und klug ist, mehr weiß, als die Polizei ihm zutraut und hinter dem mehr steckt. Phasenweise tat er mir richtig leid.
Auch die Nebenfiguren passten gut ins Bild. Hier gibt es eine erwähnenswerte Figur: Dr. Johannes Faust, Oberstaatsanwalt. Mehr sage ich dazu einfach nicht.

Wie war der Schreibstil?

Der Schreibstil ist flüssig und eloquent. Das Buch lässt sich leicht lesen und fliegt nur so dahin. Die Wortwahl passt sich an die jeweiligen Figuren an, ist dabei jedoch nie übertrieben oder unangenehm.

Was war gut?

Mit hat die Grundidee sehr gut gefallen und auch die Tatsache, dass hinter allem mehr steckte, als man zunächst annahm. Auch der Schreibstil und die Figurenkonstellation haben mich überzeugen können. Bei der Auflösung war ich überrascht, dass ich aufs falsche Pferd gesetzt und mich in die Irre habe führen lassen. Das hat mir gefallen.

Was war nicht so gut?

Wo soll ich nur anfangen? Ich wollte so gerne von Sebastian Fitzek als König der Psychothriller begeistert werden, leider hat es nicht geklappt. Mir fehlte streckenweise die Spannung. Zu Beginn war ich interessiert, wie es mit Ira weitergeht, danach am Schicksal der Geiseln und später an der Geschichte rund um Jan. Und auch die Auflösung hatte mir einigermaßen zugesagt. Dass es sich so einfach auflösen ließ, konnte mich nicht vollends überzeugen. Ab circa der Hälfte des Buchs war es dann mit der Spannung vorüber. Das Buch plätscherte ab diesem Zeitpunkt nur noch dahin. Und das fand ich wirklich schade. Ich liebe es, wenn Psychothriller mit meinen Ängsten und meine Psyche spielen. Das konnte Amokspiel leider nicht erreichen. Schade.

Kann ich Amokspiel weiterempfehlen?

Ja. Es war mein erstes und sicherlich nicht letztes Buch von Sebastian Fitzek. Vermutlich bin ich einfach mit zu hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, feiert man den Autor doch als versierten Schreiber von Psychothrillern. Amokspiel war in meinen Augen mehr ein moderner Krimi denn ein Thriller und konnte mich als solcher leider wenig von sich überzeugen. Ich bin mir jedoch sicher, dass das Buch mich unter einer anderen Genrebezeichnung sicherlich mehr hätte zufriedenstellen können.

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