Kolumne

Wie Hörbücher mein Leseverhalten verändert haben

Wie Hörbücher mein Leseverhalten verändert haben

Hallo ihr Lieben und willkommen zu einer neuen Kolumne!

Heute möchte ich mit euch über Hörbücher sprechen. Genauer gesagt: Darüber, wie Hörbücher mein Leseverhalten verändert und meine Liebe zum Lesen gerettet haben. Das klingt jetzt fast schon hochdramatisch, entspricht aber tatsächlich der (sehr viel weniger dramatischen) Wahrheit. Aber fangen von vorne an.

Als kleiner Disclaimer vorneweg: Lesen ist kein Wettbewerb. Und ich weiß, dass 10, 15, 20 oder mehr gelesene Bücher in einem Monat enorme Zahlen sind. Dessen bin ich mir bewusst. Hier geht es um meine ganz persönliche Lese- & Buchbloggerinnenreise. Ich möchte damit niemanden unter Druck setzen, Medien schlecht machen oder einen Vergleich zwischen Personen auslösen.

Wie hier alles anfing: Gedruckte Bücher waren die Regel, ebooks die Ausnahme

Ich blogge bereits seit 2011. Als ich mit dem Bloggen anfing, hatte ich gerade mein Abi in der Tasche und viel Zeit. Warum also nicht über mein Lieblingshobby schreiben? Damals ging für mich nichts über gedruckte Bücher. Und am liebsten noch Hardcover, weil es die in meinen favorisierten Genres verstärkt gab und sie auch einfach echt schön anzuschauen sind. Mein SuB/TBR war zu dem Zeitpunkt noch echt überschaubar, denn Lesemonate mit 10-15 Büchern waren keine Seltenheit. Habe ich schon erwähnt, dass ich zu dem Zeitpunkt wirklich viel Zeit hatte? 😀

Mit Beginn meines Studiums entdeckte ich dann ebooks. Für meine privaten Leselisten spielten sie (sogar bis heute noch) kaum eine Rolle. Ich hatte zwar eine Phase des ebook-Hortens, Kindle Unlimited sein Dank, aber die flogen bei einer radikalen Ausmistaktion alle wieder raus. Wofür es allerdings Gold wert war? Fürs Studium. Da ich teilweise 5 Bücher pro Woche prallel lesen musste, war mein Kindle einfach mein Lebensretter. So konnte ich nix vergessen, hatte alles super leicht zur Hand und konnte unterwegs immer problemlos weiterlesen. In meiner Uninutzung vermute ich auch den Grund, warum ich heute immer noch keinen ordentlichen Zugang zu ebooks finde. In meinem Kopf schreit mein Kindle immer noch Uni.

Und dann passierte hier erstmal … nichts

Nachdem ich in meiner Uniphase extrem viele Bücher verschlang und Lesemonate im zweistelligen Bereich die Regel waren, kamen Uniabschluss, meine erste Vollzeitarbeitsstelle und der Arbeitsalltag. Und der sah nicht gerade leseintensiv aus. Obwohl ich weiterhin mit dem Zug unterwegs war, war es einfach etwas anderes, nach einem acht Stunden Arbeitstag noch zum Buch zu greifen, als das nach einem Unitag der Fall war. Meine neue Begleitung in der S-Bahn war Musik. Ohne die ging nix. Bücher? Lesemonate? Fehlanzeige. Das war auch die Phase, in der es hier deutlich ruhiger wurde. Bis dann monatelang gar nichts mehr kam.

Paradoxerweise habe ich aber nie aufgehört, mir Bücher zu kaufen oder zu wünschen. Mein SuB-/TBR-Regal wuchs munter weiter. Zum Lesen kam ich allerdings kaum. Es gab Phasen, in denen ich schon froh war, wenn ich ein Buch in einem Monat schaffte. Wobei natürlich auch ein gelesenes Buch absolut super ist. Für mich fühlte es sich aber ein bisschen wie versagen an. In meinem Kopf kreisten Gedanken wie: Aber früher habe ich doch auch im Zug gelesen! Warum schaffe ich das jetzt nicht mehr? Wenn ich Filme und Serien schauen kann, warum dann nicht auch eine Stunde lesen? Und das hat nicht gerade dafür gesorgt, dass ich wieder gerne zu Büchern greifen wollte. Eher das Gegenteil.

Man könnte also sehr gut sagen, dass meine Beziehung zu Büchern zu diesem Zeitpunkt recht ambivalent war. Ich mochte sie weiterhin sehr gerne, habe mir weiter neue Bücher gekauft und auch stellenweise Bücher gelesen. Aber die große Begeisterung von früher blieb einfach aus. Zwischen Arbeitsalltag, Haushalt, Pendeln und Sozialleben blieb einfach kaum noch Raum für dieses Hobby. Und das ist auch normal und nicht verwerflich. Mich hat das damals nur unglaublich traurig gemacht. Denn da standen zwei Regale voller vielversprechender Bücher, die mir ihre Geschichte erzählen wollten und einfach nicht dazu kamen.

Und dann entdeckte ich meine Liebe zu Hörbüchern

Es fing mit Audible an. Als mein (damals noch) Freund und ich auf Sardinien im Urlaub waren, hörten wir uns abends beim Kochen gerne Hörbücher an. Damals noch über seinen Account, später dann auch über meinen. Ich weiß noch, dass ich es zwar ganz cool fand, aber so wirklich eingenommen hatte mich das Medium damals noch nicht. Allerdings fehlten mir aber auch schlicht Zeit, Gedankenkapazität und Muse zum Lesen. Dass Hörbücher genau diese Probleme für mich lösen, wurde mir 2023 klar.

Anfang 2023 entdeckte ich auf Audible nämlich die Das kleine Café an der Mühle-Reihe von Barbara Erlenkamp. Ich mochte die beschauliche Geschichte und hörte sie, während ich Haushaltsaufgaben erledigte. Bett neubeziehen? Lustiger mit Hörbuch. Bad putzen? Geht deutlich schneller mit Hörbuch. Ich war tendierte zwar immer noch deutlich stärker in Richtung gedruckte Bücher, allerdings hatten Hörbücher keinen schlechten Stand. Vor allem, wenn ich das mit meiner Beziehung zu ebooks vergleiche.

So richtig zum Hörbuch-Fan wurde ich im Sommer 2025. Ein recht großer Zeitsprung von Anfang 2023 bis Mitte 2025. Lesetechnisch pendelte ich mich bei 3-4 Büchern pro Monat ein und war ziemlich stolz. Denn Lesen war wieder ein regelmäßiger Bestandteil meines Lebens. Und dann holte ich mir ein Bookbeat-Testabo. Ja, was soll ich sagen? Danach gab es für mich kein Zurück mehr. Die Möglichkeit, auf monatlicher Stundenbasis Hörbücher genießen zu können, war einfach genau meins. Hörbücher zu hören war praktisch, unterhaltsam und niedrigschwellig. Kochen. putzen, pendeln und trotzdem Geschichten entdecken. war jetzt kein Problem mehr. Und weil ich wieder mehr Bücher entdeckte, kam auch mein Spaß am Blog zurück.

Ich wollte nämlich endlich wieder etwas am Blog machen. Rezensionen schreiben. Mich mit anderen über Bücher austauschen. Reihen weiterlesen, die ich vor Ewigkeiten begonnen habe. Denn gerade für Rereads greife ich unfassbar gerne zu Hörbüchern. Allein in den letzten drei Monaten habe ich fünf Reihen beendet, deren letzte Bände schon locker 3-5 Jahre und länger auf meinem TBR rumlagen. Aber vor allem hat es mir dabei geholfen, wieder täglich zu lesen. Und wenn es nur fünf Minuten oder Seiten sind: Ich habe wieder Gefallen an meinem Hobby gefunden. Allein das macht mich so unfassbar glücklich.

Man kann also getrost sagen: Das Medium Hörbuch hat meine Liebe zum Lesen gerettet. Denn ohne sie hätte ich in den letzten Monaten keinen so leichten Zugang zu all diesen wunderbaren Geschichten erlangt. Ich hätte mich nicht voll freudiger Erwartung mit Tee, Buch und Decke auf die Couch gekuschelt und gelesen. Ich könnte jetzt nicht an meinem TBR-Regal vorbeigehen und mich über die größer werdenden Lücken darin freuen, weil ich endlich so viele tolle Geschichten entdecken konnte.

Wie geht ihr mit Hörbüchern um? Must-have in euren Lesemonaten oder nicht so ganz euer Medium? Schreibt’s mir gerne in die Kommentare!

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2 Kommentare zu diesem Beitrag

    1. Hi Nati,

      lieben Dank für deinen Kommentar. 🙂
      Hörbücher sind super. Ich schätze es total, dass ich damit notwendige Sachen (Hausarbeit & Co.) so viel interessanter gestalten kann. ^^

      Liebe Grüße
      Nina

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