Rezension

Charlotte

Titel Charlotte
Reihe
Band Einzelband
Autor David Foenkinos
Übersetzer Christian Kolb
Illustrator:in
Verlag DVA Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Roman
Preis 17,99 €
Seitenzahl 240 Seiten
Bewertung
Charlotte
Charlotte

Es gibt solche Bücher, die lassen mich nach dem Lesen ratlos zurück. Charlotte von David Foenkinos ist so eines. Warum ich mich nicht entscheiden kann, was genau ich von dem Roman halte, liest du in meiner Rezension:

Ich weiß gar nicht, wie lange Charlotte auf meinem TBR ein verstaubtes Dasein fristete, auf jeden Fall mindestens 9 Jahre. Deswegen war es jetzt endlich an der Zeit, den Roman zu lesen. Und mit wem ließe sich das besser umsetzen, als mit der lieben Yvonne? Also war es Ende Februar/Anfäng März endlich soweit und Charlotte wanderte aus meinem TBR-Regal ab auf meinen Lesestapel. Aber leider darf der Roman nicht fest bei mir einziehen.

Charlotte hat einen außergewöhnlichen Buchsatz

Das erste, was einem beim Aufschlagen des Buchs direkt auffällt, ist der außergewöhnliche Buchsatz. Pro Zeile gibt es nur einen kurzen Hauptsatz, wodurch man zwar zum einen sehr schnell vorankommt – das Buch hat nämlich nur 240 Seiten – zum anderen aber auch ein etwas gehetztes Lesetempo entwickelt. Die Kombination aus kurzen Hauptsätzen und sehr überschaubaren Absätzen lässt den Schreibstil beinahe stakkatoartig wirken. Und das war leider nicht so ganz meine Kragenweite.

Was mich dann noch zusätzlich irritiert hat: Der Autor bricht die vierte Wand und richtet sich plötzlich und ohne Vorwarnung an seine Leserschaft. Ich persönlich mag das gar nicht, auch wenn es grundsätzlich ein beliebtes und natürlich probates Stilmittel ist. Es ist nur einfach nicht meins. Die Einschübe haben mich mit ihrem Bruch so stark aus der Geschichte gerissen, dass ich immer einen Moment brauchte, um mich zu orientieren. Was es mitunter noch erschwert: Ich Buch werden außer Punkten keine anderen Satzzeichen verwendet. Also auch keine Anführungszeichen für wörtliche Rede. Das machte die Inditifizierung der Autoreneinschübe noch kniffliger.

Allerdings kommt man enorm schnell in der Geschichte voran. Ich habe das Buch an einem Abend am Stück weggelesen. Neben den oben bereits genannten Punkten zum Schreibstil sorgen auch Zeitsprünge und Auslassungen für ein hohes Tempo. Allerdings war auch genau das ein Problem für mich.

In Charlotte bleibt die Namensgebende Figur und ihr Schaffen zu blass

Mir ist natürlich klar, dass ein Roman über eine echte Künstlerin, in diesem Fall Charlotte Salomon, natürlich nicht einfach ist. Es gibt unumrückbare Eckdaten, deren Leerstellen mit fiktiverHandlung gefüllt werden wollen. Allerdings ist genau das hier nicht passiert. Die Hauptfigur, deren Selbstportrait auch auf dem Cover zu sehen ist, bleibt blass. Es wird enorm viel auf ihre (traurige) Familiengeschichte und die Traumata der vorangegangenen Generationen eingegangen. Ihr Werdegang als Künstlerin hat im Roman im Vergleich leider zu wenig Gewicht.

Auch konnte ich zu keiner Figur eine Beziehung aufbauen. Stattdessen stand das Trauma einer Familie im Vordergrund, für das eine Triggerwarnung angebracht wäre. Da ich eine ältere Ausgabe besitze, weiß ich nicht, ob das in der aktuellen Ausgabe der Fall ist. Wer Näheres wissen will, kann den Spoiler lesen.

Direkt zu Beginn der Geschichte erfahren wir, dass Charlottes Tante ins Wasser gegangen ist. So düster die Geschichte beginnt, setzt sie sich fort und endet auch. Gerade im letzten Drittel geht es so direkt um das Thema Freitod, dass ich die Passagen nur querlesen konnte.

Zusammenfassend stehe ich Charlotte sehr ambivalent gegenüber. Zwar habe ich das Buch am Stück gelesen und denke noch immer darüber nach, positive Verbindungen habe ich jedoch nicht aufbauen können.

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