Rezension

Römische Ermittlungen

Titel Römische Ermittlungen
Reihe Commissario Caselli-Reihe
Band 1. Band
Autor Bianca Palma
Übersetzer
Illustrator
Verlag BeTHRILLED (Bastei Lübbe)
Erschienen als E-Book
Genre Krimi
Preis 6,99€ [RE] Werbung
Seitenzahl 303 Seiten
Bewertung ....

Römische Ermittlungen in drei Worten?

Verwirrend, vielschichtig, detailliert.

Cover & Gestaltung von Römische Ermittlungen?

Das Cover ist recht dunkel gehalten und passt perfekt zu den beiden weiteren Teilen der Reihe. Sehen kann man, wie ich vermute, die spanische Treppe mit dem davor gelegenen Piazza di Spagna samt Fontana della Barcaccia. Ein sehr schönes Cover, ein richtiger Hingucker.

Worum geht es in Römische Ermittlungen?

In der Kurzbeschreibung wird dem Leser ein spannender Krimi versprochen, der im vorweihnachtlichen Rom und der Opernszene spielt. Tatsächlich treffen die letzten beiden Punkte vollauf zu, wobei der Krimi sich mitsamt seiner Spannung erst in der zweiten Hälfte des Buchs entwickelt. Der erste Teil des Buchs dient der Entfaltung aller Handlungsebenen, die später wichtig werden.

Der Schreibstil von Bianca Palma?

Der Schreibstil von Bianca Palma ist flüssig. Stellenweise kommen Parataxen vor, die dem Krimi seinen ganz besonderen Stil geben, den ich so noch nie gelesen habe. Ich empfand diese Parataxen sehr passend, wobei sie nicht mein Mittel der Wahl sind. Dennoch kommt man sehr gut durch den Krimi.

Das Figurenpersonal in Römische Ermittlungen?

Das Figurenpersonal ist groß, aber übersichtlich. Es kommen im Verlauf des Krimis immer neue Figuren hinzu, die wichtig für die weitere Handlung sind. Die Figuren sind doppeldeutig kreiert, keine Figur ist so wie sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Alle Figuren bergen Geheimnisse oder versteckte negative Eigenschaften, die man so nicht erwartet hätte. Wirklich identifizieren konnte ich mich leider mit kaum einer Figur. Wenn ich eine Figur wählen sollte, dann den Kommissar Caselli. Er wirkte mit seinem Charakter auf mich am sympathischsten, ist gut beschrieben und sehr gut zu imaginieren.

Positives an Römische Ermittlungen?

Die zweite Hälfte des Krimis hat mir sehr viel besser gefallen, als die erste. Hier kommt endlich die Krimistimmung auf, die ich erwartet hatte. Der Krimi ist dabei aber auf subtile Weise anders, als andere Krimis, da er sich  vor allem auf der Beziehungsebene zwischen den einzelnen Figuren abspielt. Im Vordergrund steht die junge Musikerin Geraldine Dvorsky, um deren Geschicke herum sich der Krimi entspinnt. Ich habe geraten im Laufe des Krimis oftmals den Täter getippt und falsch gelegen, erst gegen Ende lag ich mit meinen Vermutungen zum Teil richtig. Der Krimi ist wunderbar undurchsichtig, verstrickt und vielschichtig, wie ich es mag. Miträtseln wird ermöglicht. Auch erfährt der Leser enorm viel über die Opernszene, Rom und diverse philosophische Themen, was sehr schön aber auch sehr überfordernd sein kann. Mir persönlich haben diese Informationen sehr gefallen. Hier muss ich jedoch darauf hinweisen, dass der Krimi vor allem etwas für Opern- und Musikliebhaber ist, die mit den reichhaltigen Details noch mehr anfangen können als ich.

Kritik an Römische Ermittlungen?

Ich muss leider sagen, dass mir die Entfaltung des Krimis in der ersten Hälfte leider zu lang war. Die typische Krimistimmung kommt erst nach gut 50% auf, was ich sehr schade finde. Der Krimi liest sich bis dato sehr angenehm und schnell, lediglich um einen Krimi handelt es sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Auch enorm schade fand ich die Fixierung auf Geraldine Dvorsky als handelnde Figur. Der Kommissar steht ein wenig außerhalb der Handlung, obwohl er in drei Mordfällen ermittelt. Erst in der zweiten Hälfte des Krimis ändert sich dies. Die erste Hälfte dreht sich vollkommen um Geraldine Dvorsky und ihre Liebesbeziehungen, die zwar wichtig sind, aber durchaus hätten kürzer gefasst werden können.

Empfehlung zu Römische Ermittlungen?

Römische Ermittlungen ist ein Krimi der besonderen Art. Ich kann diesen Krimi jenen Lesern empfehlen, die an Krimis interessiert sind, die sich langsam entfalten und sehr detailliert sind. Die Autorin hat einen vielschichtigen Krimi entwickelt, der ein Miträtseln seitens der Leser ermöglicht. Ich möchte jedoch anmerken, dass dieser Krimi nichts für Leser ist, die sich nicht für die Oper interessieren, da beides hier sehr eng verknüpft ist. Ich danke dem BeTHRILLED (Bastei Lübbe)-Verlag und Lovelybooks für die Bereitstellung eines Leseexemplars von Römische Ermittlungen.

Andere Meinungen zu Römische Ermittlungen:

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Hast du dir schonmal vorgenommen (und es geschafft) länger kein Buch zu kaufen?

Geplant hatte ich diesen Vorsatz schon diverse Male. Welcher Bücherwurm mit explodierendem TBR hat nicht auch schon versucht, diese Notbremse zu ziehen? Leider ist ein solches Buchkaufverbot immer mit enormen Entzugserscheinungen verknüpft. Je länger der Zeitraum der Abstinenz, desto höher wird der anschließende Belohnungskauf – immerhin muss man sich ja für seine Enthaltsamkeit belohnen. Und wie belohnen sich Buchmenschen? Richtig, mit Büchern. Von diesem Standpunkt aus hat das Verbot dann rein gar nichts gebracht, da der hochgradig süchtige Buchmensch nicht nur ein Buch als Belohnung kauft, sondern gleich eine gesamte Liste. Und diese Liste wird länger, je länger der Zeitraum der Enthaltsamkeit andauert. Um zur Frage zurückzukommen; ja, ich habe mir selbst Buchkaufverbote auferlegt, der längste Zeitraum waren dabei 2,5 Monate, die dann in einem unglaublichen Buch-Haul endeten. Schuld waren Anschaffungen für die Uni, bei der ich mir dachte „Wenn du schon mal dabei bist…“ und ruckzuck war der gesamte, durch Abstinenz erreichte Abbau dahin. Deswegen habe ich mir vorgenommen, mir keine Buchkaufverbote mehr aufzuerlegen. Stattdessen will ich bewusster Bücher kaufen. Und da mein TBR knapp 160 ungelesene Bücher fasst, gibt es nur zwei Regeln. Ich darf erst dann wieder ein neues Buch kaufen, wenn ich 5 Bücher von meinem Stapel gelesen habe (aussortieren zählt hierbei auch) und ich muss sicher sein, dass ich das Buch binnen der nächsten Wochen lesen werde. Als ich das letzte Mal in einer Buchhandlung stand und die Mängelexemplare durchforstete, hatte ich auf Anhieb drei Bücher gefunden, die ich kaufen wollte. Sie standen auf meiner Wunschliste, was dem bewussteren Bücherkauf nicht im Weg gestanden hätte. Allerdings war ich mir nicht sicher, ob die Bücher nicht schon längst auf meinem TBR liegen. Dieser erschreckende Moment hat mich dann dazu gebracht, die Bücher fortzulegen und mich mit meinem Buchkaufverhalten auseinanderzusetzen. Ich kaufe zwar nicht bei jedem Buchhandlungsbesuch Bücher, aber wenn man nicht mehr weiß, welche Bücher ungelesen zuhause stehen, sollte man kürzer treten.

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