Rezension

Katabasis

Titel Katabasis
Reihe
Band Einzelband
Autorin R. F. Kuang
Übersetzerin Alexandra Jordan & Heide Franck
Illustrator:in
Verlag Ullstein Taschenbuch
Erschienen als Hardcover
Genre Liebesroman
Preis 28,00 €
Seitenzahl 656 Seiten
Bewertung
Katabasis
Katabasis

Das Jahr 2026 ist noch keinen Monat alt und Yvonne und ich haben schon ein Jahreshighlight gelesen: Katabasis von R. F. Kuang. Was ich so besonders an dem Buch fand und warum es mich so begeistert hat, liest du in meiner Rezension:

Figuren, Setting, Schreibstil, Idee und Handlung, an alle Punkte kann ich einen dicken grünen Haken machen. Denn Katabasis konnte mich in allen Punkten sehr eindrücklich überzeugen. Von der ersten Seite an hatte mich die Idee gefesselt, dass Alice, Doktorandin in Cambridge, ihren verstorbenen Doktorvater aus der Hölle holt.

Katabasis erzählt die Geschichte von Alice und Peter

Die Figuren in Katabasis haben mir unheimlich gut gefallen. Hauptsächlich geht es um Alice und Peter, deren gemeinsamer Doktorvater Grimes bei einem magischen Laborunfall ums Leben kommt. Die Geschichte erleben wir größtenteils aus Alice‘ Perspektive, die das Leben als Doktorandin sehr eindrücklich zeigt. Denn während ihr zu Beginn der Handlung nur ihre Unikarriere wichtig ist und man von ihr als Charakter kaum etwas weiß, verändert sich das im Laufe des Romans durch klug eingestreute Rückblicke. Ihre Figur wird zum Symbol dafür, dass Uni und Doktorarbeit alles einnehmen und dass es vermeintlich nichts Wichtigeres als die Uni gibt. So sehr, dass man sich bis zur Selbstaufgabe vergisst. Alice‘ Wandel innerhalb der Geschichte habe ich sehr gerne verfolgt, wenngleich es auch einige überraschende Wendungen für mich gab, die ich so nicht vorhergesehen hatte.

Während wir die Geschichte zu 95 Prozent als Alice‘ Sicht erleben, blieb Peter lange Zeit ein kleines Mysterium. Bis zu einem Kapitel, in dem wir mehr über ihn erfahren. Sowohl Alice als auch Peter mochte ich unglaublich gerne. Er fungiert als logisches wie emotionales Gegenstück zu Alice, was mir sehr gut gefallen hat.

Neben Alice, Peter und ihrem Doktorvater gibt es noch weitere Figuren, über die ich aber tatsächlich gar nicht so viel verraten möchte.

In Katabasis geht es für die Figuren einmal in die Hölle (und zurück?)

Die Handlung selbst war für mich ebenfalls ein Highlight: In die Hölle zu gehen, auf Kosten der Hälfte der eigenen Lebenszeit, um seinem Doktorvater zurückzuholen. Kombiniert mit dem Unisetting, das nicht nur die Ausgangslage stellt, sondern auch das strukturgebende Element der Geschichte ist, denn: Die Hölle ist wie eine Universität aufgebaut, an deren Ende die Dissertation als ultimatives Ziel steht. Besonders faszinierend fand ich, dass die Reise durch die Hölle sowie die Darstellung der Hölle selbst ein sehr passendes Sinnbild einer Promotion abgeben.

Passend zum Unisetting spielen auch mathematische wie philosophische Thesen eine wichtige Rolle. Die Hölle wird im Spannungsfeld zwischen Mathematik, Philisophie und Religion dargestellt und zeigt die unfassbar gute Recherche der Autorin. Aber keine Sorge: Man muss weder ein Mathematik- noch ein Philosophiegenie sein, um von der Geschichte vollends gefesselt zu werden. Großartig fand ich auch, wie die Autorin unterschiedliche literarische Darstellungen der Hölle zu einem funktionierenden Gesamtbild verbunden hat. Unter Betrachtung der Vielzahl unterschiedlicher und gegensätzlicher Höllenvorstellungen kein so leichtes Unterfangen.

Auch der Schreibstil hat mir super gefallen. Am Anfang hab ich eine Weile gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen. Mal eben schnell weglesen ist bei dem Buch nicht so ohne Weiteres möglich. Für dieses Buch braucht man Zeit und Muse. Aber wenn man beides hat, dann lohnt es sich auf jeder einzelnen Seite.

Allerdings gab es auch zwei Stellen, die mir nicht so gut gefallen haben und für die es meiner Meinung eine Warnung gebraucht hätte. Deswegen eine Inhaltswarnung für Kapitel 20 sowie Kapitel 29.

Insgesamt hat mich Katabasis von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt. Figuren, Setting, Handlung, einfach alles fügt sich nahtlos in ein faszinierendes Gesamtbild zusammen, das viel Raum für stundenlange Interpretationen bietet (was Yvonne und ich beim Lesen und Rezensieren auch ausgiebig taten :D).

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