Rezension

Das Kind, das nachts die Sonne fand

Titel Das Kind, das nachts die Sonne fand
Reihe
Band Einzelband
Autor Luca Di Fulvio
Übersetzer Katharina Schmidt & Barbara Neeb
Illustrator
Verlag Bastei Lübbe
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 9,99€
Seitenzahl 832 Seiten
Bewertung
Das Kind, das nachts die Sonne fand
Das Kind, das nachts die Sonne fand

Als ich Das Kind, das nachts die Sonne fand zufällig im nächstgelegenen Bücherschrank sah, war mir nicht klar, welche Geschichte mich erwarten würde. So viel vorweg: Ich bin überaus froh, das Buch mitgenommen zu haben. Warum liest du hier.

Im September 2013 las ich mit Der Junge, der Träume schenkte das erste Buch des Autors Luca di Fulvio und war direkt Feuer und Flamme. Damals entführte di Fulvio mich in das New York der 1900er Jahre und begeisterte mich restlos. Allerdings sollte es trotz aller Begeisterung sechs Jahre dauern, bis ich mit Das Kind, das nachts die Sonne fand ein weiteres Buch dieses fantastischen Autors lesen sollte.

Das Kind, das nachts die Sonne fand war anders als erwartet, aber dennoch sehr gut

Nachdem ich Der Junge, der träume schenkte so sehr mochte, waren die Erwartungen an Das Kind, das nachts die Sonne fand entsprechend hoch. Während der Roman mich vollkommen fesseln konnte, überraschte er mich auch. Denn zu meiner Überraschung erhielt ich einen historischen Roman mit mittelalterlichem Setting – genau meine Kragenweite!

Und wie auch schon die Darstellung des New Yorks der 1900er Jahre, ist auch die Beschreibung des mittelalterlichen Settings im Roman ziemlich authentisch. Die Lebensumstände, Kleidung, Sprache der Figuren – alles passt und ist perfekt beschrieben. Beim Lesen der Ortsbeschreibungen konnte ich die Hütten, Wälder und Burgen vor meinem inneren Auge sehen, den Wind spüren und den Regen auf der Haut fühlen. Doch trotz dieser Bildhaftigkeit ist der Schreibstil von Luca di Fulvio weder überladen noch schwer. Er schreibt flüssig, leicht und melodisch. Vor allem die Dialoge sind gut verständlich und nicht gewollt altertümlich. Doch nicht nur der sehr angenehme Schreibstil sorgt dafür, dass ich das Buch so sehr mochte, auch die Figuren und der Plot konnten mich überzeugen.

Marcus, der Protagonist in Das Kind, das nachts die Sonne fand ist eine liebenswerte Figur

Im Zentrum der Geschichte steht der junge Marcus, Sohn des Landesfürsten von Raühnval, der ein sehr privilegiertes Leben führt. Zu Beginn der Geschichte merkt man Marcus diese Privilegien deutlich an, bis ein Angriff sein Leben nachhaltig verändert und nichts mehr ist, wie es einmal war. Was mich an Marcus am meisten beeindruckt hat, ist seine Charakterentwicklung. Innerhalb des Romans entwickelt sich der junge Fürst gleich mehrfach. Er ist nicht perfekt, hat seine Charakterschwächen und -stärken, zweifelt, macht Fehler und scheitert – und wirkt dadurch nahezu menschlich real. Doch nicht nur Marcus ist so echt konstruiert, auch die anderen Figuren in Das Kind, das nachts die Sonne fand sind dreidimensional und realistisch gestaltet. Niemand ist perfekt und Figuren, die man bereits dachte eingeschätzt zu haben, können einen überraschen.

Der Plot tut sein Übriges, um Das Kind, das nachts die Sonne fand zum 5-Sterne-Buch zu machen. Er ist spannend, voller Wendungen, bietet Höhen und Tiefen, Stellen, an denen ich bangen, lachen und weinen konnte. Kurzum: Eine Geschichte, in die man abtauchen und in die man sich fallen lassen kann, bis man den Roman beendet hat. Dank unterschiedlicher Erzählperspektiven nimmt das Tempo in der zweiten Hälfte des Buchs nochmal ordentlich an Fahrt auf, wobei bereits Marcus‘ grundlegende Motivation genug Spannung bietet.

Wer gut recherchierte und angenehm geschriebene historische Romane liebt, Wert auf Authentizität legt und eine Geschichte sucht, die einen vollkommen gefangen nehmen kann, der ist mit Das Kind, das nachts die Sonne fand richtig beraten. Hier stimmt das Gesamtpaket vom Schreibstil über die Figuren bis zum Plot.

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