Rezension

Die Spionin

Titel Die Spionin
Reihe
Band Einzelband
Autor Paulo Coehlo
Übersetzer
Illustrator
Verlag Diogenes Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 11,00€
Seitenzahl 192 Seiten
Bewertung
Die Spionin
Die Spionin

6 Jahre ist es her, dass ich zuletzt ein Buch von Paulo Coehlo las. Mit Die Spionin machte mich der Meister der philosophischen Bücher wieder neugierig auf eines seiner Werke. Ob mir Die Spionin gefallen hat, verrate ich dir hier.

Als ich das erste Mal von Die Spionin hörte, war ich direkt begeistert. Ein Buch, über eine der faszinierendsten Frauen des 20. Jahrhunderts? Das musste ich einfach lesen. Und im November – nachdem das Buch ein paar Monate auf meinem TBR warten musste – war es dann endlich so weit. Und ich kann euch sagen, Die Spionin hat es mir absolut angetan.

Mata Hari, Protagonistin in Die Spionin, ist eine starke und mutige Frau

Was mir an Die Spionin so gut gefallen hat, war Mata Haris Figur. Paulo Coehlo schafft es, den Geist dieser so selbstbestimmten und modernen Frau einzufangen, ihr Tiefe zu geben und sie als Frau darzustellen. Ihre so echte Charakterisierung mit Fehlern und Stärken hat mir imponiert und mir beim Lesen das Gefühl gegeben, in Mata Haris Kopf blicken zu können. Er schafft es, diese beeindruckende Frau darzustellen, ohne eine persönliche Wertung oder Belehrung einfließen zu lassen. Ihre feministischen Züge, modernen Ansichten und auch ihre Eitelkeit ihre Schönheit betreffend wirkten absolut reflektiert.

Paulo Coehlos Weg Mata Hari in Die Spionin zu portraitieren ist gelungen

Wie erzählt man die Lebensgeschichte einer so beeindruckenden Frau am besten? Auf diese Frage hat Paulo Coehlo eine gelungene Lösung gefunden: In Form eines Abschiedsbriefs. So blieb Coehlo als Autor genug dichterische Freiheit, einige Begebenheiten literarisch aufzuarbeiten, ohne dabei Mata Haris Leben zu entfremden. Das Ergebnis ist ein stellenweise philosophisch angehauchter, oftmals jedoch sehr biografisch unterfütterter Roman, der der rätselhaftesten Frau des 20. Jahrhunderts ein wenig näher kommt. Die Spionin ist für mich eine sehr treffende Charakterisierung einer widersprüchlichen Frau, die in ihrer Tiefe lange Zeit eine der besten literarischen Umsetzungen zu Mata Hari bleiben dürfte.

Ihr merkt es meiner Rezension vermutlich an, Die Spionin hat mich umgehauen und mir gezeigt, dass Paulo Coehlo auch fernab seiner spirituell angehauchten Bücher ein absolut meisterhafter Autor ist. Die Wertschätzung, mit der er an die Charakterisierung Mata Haris herangeht, ist auf jeder Seite spürbar und sorgt dafür, dass man während der Lektüre des Romans das Gefühl hat, in Mata Haris Kopf zu blicken.

Weitere Meinungen:

„Nichts desto trotz bietet Die Spionin von Paulo Coelho einen schönen und gekonnten Einblick in das frühe 20. Jahrhundert und in das Leben einer der schillerndsten Frauenfiguren der damaligen Zeit. Die Spionin ist ein inspirierender Roman und Ermutigung zugleich, unbeirrt seinen Weg zu gehen.“ – Daniela | read eat live

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8 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Tatsächlich habe ich bisher kein Buch von Paul Coehlo gelesen, aber deine Rezension zu „Die Spionin“ klingt sehr vielversprechend. Das werde ich mir auf jeden Fall noch einmal genauer anschauen 🙂

    Liebe Grüße
    Isa

    1. Hallo Isa,

      freut mich, dass dir die Rezension Lust auf den Roman gemacht hat. Die Spionin ist ein sehr besonderes Buch von Paulo Coehlo, weil es nicht in die spirituelle Richtung geht.
      Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!

      Liebe Grüße
      Nina

  2. Oh ich liebe ja die Bücher von Paulo Coelho! Habe aber tatsächlich „Die Spionin“ noch nicht gelesen 😀 deine Rezi hat mich aber sehr überzeugt 😀 ich werde es auf jeden Fall sobald ich wieder ein paar Bücher kaufen kann, in meinen Warenkorb legen 😀 danke dir fürs vorstellen!

    1. Hallo Elizzy,

      freut mich sehr, dass dir meine Rezension so gut gefallen hat und du das Buch lesen magst. Schick mir doch den Link zu deiner Rezension, wenn du es gelesen hast. Ich bin gespannt, wie es dir gefällt!
      Viel Spaß mit dem Buch. 🙂

      Liebe Grüße
      Nina

  3. Es gab mal eine Zeit, da habe ich die Bücher von Paulo Coelho vergöttert. Inzwischen bin ich aber an einem Punkt, wo ich ob seinem teils sehr esoterischen Geschwafels nur den Kopf schütteln kann.
    „Die Spionin“ habe ich dennoch geliebt, vermutlich weil das Geschwafel da grad ein bisschen überschaubar ist und nicht allzu viel Raum einnimmt. Und weil Mata Hari natürlich auch ein spannender Charakter ist.

    Grüessli, Daniela

    1. Hallo Daniela,

      mir geht es genauso. Ich habe „Der Dämon und Fräulein Prym“ gelesen, danach noch ein paar andere. Und gefühlt wurde es mit jedem Buch esoterischer und abgehobener. Deswegen war ich super skeptisch, als mir Die Spionin empfohlen wurde. Nach einem ersten Blick ins Buch klang es vielversprechend normal. Zum Glück ist es das ja auch. ^^
      Mata Hari ist unglaublich spannend. Ich mochte die Idee des Abschiedsbriefs sehr gerne, weil es Paulo Coehlo eine gewisse Freiheit gibt, ohne zu weit abschweifen zu können. Hast du das Buch rezensiert? Falls ja: Wir könnten uns gegenseitig verlinken, falls du magst.

      Frohe Ostern und liebe Grüße
      Nina

  4. Hallo Nina

    Ja, ich hab das Büchlein ebenfalls rezensiert und lasse dir den Link gerne mal da. Dich habe ich soeben auch unter meiner Rezension verlinkt.
    Ich habe vor einiger Zeit gar seine Bücher aussortiert (11 Minuten, Veronika beschliesst zu sterben und noch ein paar andere), nur die Spionin steht noch im Regal. 🙂

    Frohe Ostern!
    Daniela

    1. Hallo Daniela,

      vielen lieben Dank fürs Verlinken und den Link zu deiner Rezension. Ich habe dich entsprechend verlinkt.
      Die Bücher, die du aufzählst, habe ich tatsächlich noch nicht von ihm gelesen. Ich wollte mir eventuell das eine oder andere Buch von ihm aus der Bibliothek ausleihen und reinschnuppern. Wenn sie mir auch zu esoterisch/ philosophisch sind, ist es auch okay. 🙂

      Liebe Grüße
      Nina

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