Rezension

Das Spiel der Könige

Titel Das Spiel der Könige
Reihe Waringham-Saga
Band 3. Band
Autor Rebecca Gablé
Übersetzer
Illustrator
Verlag Lübbe Verlag
Erschienen als Taschenbuch
Genre Historischer Roman
Preis 10,90€
Seitenzahl 1196 Seiten
Bewertung
Das Spiel der Könige
Das Spiel der Könige

Die Waringham-Saga und ich, das ist von Seite 1 des ersten Buchs an Leseliebe gewesen. Nach zwei grandios-guten Büchern war klar, dass ich Das Spiel der Könige, den dritten Waringham-Band, ebenfalls lesen werde. Ob er die hohen Erwartungen erfüllen konnte, liest du hier.

Und ob Das Spiel der Könige die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen konnte! Ich bin hin und weg von der Geschichte, den Figuren, der Detailverliebtheit der Autorin, ihrem Schreibstil und der Authentizität. Während ich noch dachte, dass die Geschehnisse im mittelalterlichen England kaum noch verwirrender werden könnten, setzt Das Spiel der Könige meinen Erwartungen noch die Krone auf. Denn mit den Rosenkriegen, Brudermorden und dem Erscheinen der Tudors auf dem politischen Schachbrett der englischen Monarchie wird es richtig turbulent. Doch von vorne.

Julian of Waringham ist der neueste Protagonist in Das Spiel der Könige

Wie schon in den ersten beiden Teilen, konnte mich auch in Das Spiel der Könige der Protagonist vollkommen von sich überzeugen. Im Fokus des dritten Bands steht der 18-jährige Julian, der es mit seinem Vater John alles andere als leicht hat. Denn im Gegensatz zu seinem königstreuen Vater, steht Julian politisch plötzlich im gegnerischen Lager. Unerfahren und jung wie er ist, sieht er sich plötzlich im Zentrum politischer Intrigen wieder und muss eine Entscheidung treffen. Der Grund hierfür: Edward IV. reißt die Krone an sich und krönt sich zum ersten yorkistischen König – und stürzt damit das englische Königreich in die bluten und erbitterten Rosenkriege.

Doch statt sich in den Wirren der politischen Umbrüche zu verlieren, findet der Protagonist zu sich selbst und entwickelt sich zu einer starken Figur, die für ihre Meinung einsteht. Vor allem seine Ehe mit der Yorkistin Janet birgt einiges an Zündstoff, der mich gut zum Schmunzeln gebracht hat.

Ebenfalls im Mittelpunkt des Geschehens steht Julians Zwillingsschwester Blanche, deren Geschichte mir unglaublich gut gefallen hat. Sie ist mutig, selbstbestimmt und trägt die Konsequenzen mit Würde. Sie ist eine der stärksten Frauenfiguren in Das Spiel der Könige und konnte mich vollends von sich überzeugen.

Ob Waringham, Lancestrianer oder Yorkist, eines haben alle Figuren gemein: Sie sind unfassbar gut konstruiert, haben ihre Fehler, Stärken und Schwächen und haben mir sehr gut gefallen. Ein wneig verwirrend können die vielen gleichen Vornamen sein – schließlich gibt es so gleich mehrere Edwards, Henrys und Margarets – wodurch man ein wenig durcheinanderkommen kann. Dank vieler Spitznamen und Titelergänzungen steigt man auch hier nach einer Weile gut durch.

Das Spiel der Könige überzeugt durch geschichtliche Fakten

Rebecca Gablé sagte, dass sie verrückt wäre, würde sie jemals über die Rosenkriege schreiben. Zu verschlungen sind die politischen Pfade, zu umfassend das Hintergrundgeschehen. Glücklicherweise hat sie sich dennoch daran gewagt, die Rosenkriege literarisch aufzufassen und dies meiner Meinung nach sehr gelungen. Wie auch in den beiden Vorgängern überzeugt auch Das Spiel der Könige durch umfassende geschichtliche Details, eine authentische mittelalterliche Welt, eine angenehme und sehr bildhafte Sprache und wundervolle Figuren. Sie schafft es, die politischen Zusammenhänge so gekonnt und natürlich in ihren Roman einzuflechten, dass nichts konstruiert wirkt. Stattdessen verleihen die geschichtlich belegten Geschehnisse dem Roman Tiefe und einen gewissen Rahmen, innerhalb dessen Rebecca Gablé die Grauzonen mit ihren Figuren und deren Lebensgeschichten ausfüllt.

Was mich ebenfalls sehr begeistern konnte: Trotz unzähliger Figuren, diverser (stellenweise echt komplizierter) Handlungsstränge und vielen gleichen Namen, schafft Rebecca Gablé es, eine runde Geschichte zu erzählen. Jeder Handlungsstrang spielt eine Rolle im großen Ganzen, die gekonnt in die Gesamthandlung eingebaut wird.

Ich brauche es dir nicht zu sagen: Ich bin absolut zufrieden mit der Fortsetzung der Waringham-Saga. Das Spiel der Könige übertrifft seine Vorgänger vor allem in Hinblick auf die politischen Geschehnisse und lässt mich gespannt auf Band vier zurück.

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