Der Goldene Kompass
Das Magische Messer
Das Bernsteinteleskop
Philip Pullman
ISBN: 978-3-551-35720-5
19,95 Euro als Schuber mit Taschenbüchern
Inhalt von Der Goldene Kompass
Lyra hatte Angst, allerdings nicht um sich selbst. Dass sie in der Klemme steckte, war nichts Neues, und sie war daran gewöhnt.
Lyra lebt in einem College in Oxford. Eines Tages bekommt sie Besuch von ihrem Onkel Asriel, der hier für eine Expedition in den hohen Norden werben will. Er zeigt den Wissenschaftlern unglaubliche Bilder von dem, was er dort zu finden glaubt: eine andere, fantastische Welt! Nach seiner Abreise geschehen merkwürdige Dinge: Ein Kind nach dem anderen verschwindet. Ob das mit der Expedition zu tun hat? Als es auch Lyras besten Freund trifft, macht sie sich selbst auf in den Norden und findet tatsächlich die Brücke zwischen den Welten. Mutig wagt sie den ersten Schritt.
Meine Meinung zu Der Goldene Kompass
Ich hatte schon lange mit mir gehadert, ob ich diese Reihe nun lesen soll, oder nicht. Ich war damals, unwissentlich, im Kinofilm, der einfach so mitten drin aufhörte. Leicht verwundert wurde ich dann aufgeklärt: Es handelte sich um Teil eins einer Buchverfilmung. Die Buchverfilmung eines Buchs, das ich nicht kannte und danach natürlich nicht mehr lesen wollte. Doch nun, ein paar Jahre sind vergangen und viel Wasser ist den Rhein entlang gelaufen, habe ich diese Trilogie als Taschenbuchschuber gekauft und gelesen.
Das Äußere des Schubers entspricht den Covern der drei Bücher. Man kann auf ihnen die Protagonisten erkennen, zu denen ich dann später noch komme. Die Kapitelüberschriften sind immer mit einem passenden Symbol, je nach Band, verziert, ansonsten ist die Aufmachung und Schrift der Bücher sehr klassisch.
Der erste Band beginnt mit der Idee einer Parallelwelt. Diese Idee wird im Laufe der Bücher noch stark ausgearbeitet und lädt einen zum Lesen und Verweilen ein. Die Hintergründe der Geschichte sind wunderbar ausgearbeitet und werden immer detaillierter.
Zu dieser Grundidee gesellt sich ein unfassbar guter Schreibstil. Er wirkt sehr ansprechend, fast schon poetisch in seiner Detailvielfalt und beschert dem Leser fließende Übergänge zwischen den Gedanken und Eindrücken eines Charakters zu denen des Nächsten. In der Geschichte liegt ein gleichzeitiges Erzählen vor, das mit einer internen Fokalisierung gekoppelt wird. Zudem haben wir einen heterodiegetischen Erzähler, da unsere Protagonisten in den drei verschiedenen Bänden variieren. Zusammengefasst haben wir einen Erzähler in der dritten Person, der einen fließenden Übergang zwischen den Gedanken der einzelnen Charaktere schafft und dem Leser nicht mehr Information an die Hand gibt, als die Figur der jeweiligen Erzählung gerade hat.
Kommen wir zu den Charakteren. Alle Charaktere, die in der Trilogie ihr eigenes Kapitel haben, sprich als Erzählinstanz fungieren, sind sehr liebevoll und tiefgreifend ausgearbeitet. Sie finden sich perfekt in die erschaffene Welt ein und ergänzen einander mit ihren Stärken und Schwächen. Keine der Personen ist perfekt oder kann auf die Hilfe der anderen verzichten. Sie lernen voneinander und wachsen aneinander. Dieses Wachstum hat mich bei einigen Figuren sehr überrascht, bleibt jedoch im passenden Rahmen und wirkt nicht vollkommen übertrieben.
Im Laufe der Geschichte werden viele spannende, aber auch verwirrende Konstellationen geschaffen, die für einen stetigen Spannungsaufbau sorgen. Die Spannung ist nicht nervenzerreißend, aber konstant und langsam steigend, sodass der Höhepunkt am Ende des dritten Bandes liegt. Natürlich gibt es für den Leser auch Kapitel, in denen er verschnaufen kann. Die Harmonie von Spannung und kurzen Erholungsphasen ist perfekt.
Die Bücher setzen nahtlos aneinander an. Somit verliert man keine Spannung. Lediglich die fehlende Zusammenfassung, wie man sie oft bei anderen Büchern findet, könnte den Lesern gefehlt haben, die die Bücher vor dem Erscheinen aller Teile gelesen haben. Dafür werden die Leser wieder an vergangene Geschehnisse erinnert, sobald eine Figur ihren Werdegang an andere weitergibt.
Fazit
Die Bücher haben mich fasziniert und gefesselt. Das Ende der Trilogie ist zwar passend, lässt mich als Leser aber sehr traurig zurück. Band eins bekommt 4/5 Punkten, der zweite Band 4,5/5 und der dritte 5/5 Punkten. Mit jedem Band wird die Geschichte besser und besser. Es gibt viele emotionale Momente, die den Leser tief berühren, sehr gut ausgearbeitete Charaktere und eine toll durchdachte Hintergrundidee. Insgesamt erhält die Trilogie von mir 4,5 von 5 Punkten und eine unbedingte Kauf- und Leseempfehlung.