Titel Das Lächeln der Frauen Reihe – Band Einzelband Autor Nicolas Barreau Übersetzer:in – Illustrator:in – Verlag Rowohlt Taschenbuchverlag Erschienen als Taschenbuch Genre Liebesroman Preis 14,00 € Seitenzahl 336 Seiten Bewertung

Es gibt Bücher, deren Grundidee hat so viel Potenzial, dass man sich beim Lesen ein bisschen ärgert, wenn sie nicht ganz das hält, was sie verspricht. Leider ging es mir so mit Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau. Warum das so war, verrate ich dir hier:
Die Prämisse hat mich sofort gepackt: Ein Verleger, der heimlich selbst schreibt und seinen eigenen Roman als britischen Buchimport eines fiktiven Autors ausgibt – eine herrlich absurde, aber auch außergewöhnliche Ausgangssituation. Der Moment, in dem die Protagonistin Aurélie in einer kleinen Pariser Buchhandlung zufällig auf einen Roman stößt, in dem sie selbst die Protagonistin ist zwar sehr konstruiert, hat als Idee jedoch Potenzial. Und dann kam der Protagonist André ins Spiel.
Der Protagonist in Das Lächeln der Frauen hat mich leider ziemlich genervt
Ich kann es leider nicht anders sagen, aber André empfand ich als unfassbar störend. Je mehr die Liebesgeschichte zwischen ihm (bzw. seinem Alter Ego und Aurélie) in den Vordergrund rückt, desto mehr hat mich genau dieses Detail gestört, das ich anfangs so charmant fand. André lügt Aurélie die ganze Zeit an. Das wäre für sich alleine vielleicht noch verzeihlich gewesen. Aber er macht ihr ständig Hoffnungen auf ein Treffen mit seinem Alter Ego Robert Miller, lässt sie ins Leere laufen und macht dieses Alter Ego dann auch noch vor ihr schlecht. Anstelle einer schönen und aufregenden Liebesgeschichte gab es eine anstrengende Doppelrolle, die bis zum Äußersten ausgereizt wurde. Als Love Interest hat er für mich leider rein gar nicht funktioniert.
Aurélie hingegen tat mir während des gesamten Romans leid. Sie wird von André nach Strich und Faden vorgeführt, und das hat mich ehrlich gesagt geärgert. Was mich trotzdem dazu gebracht hat, das Buch zu beenden, war ihre Freundschaft mit Mrs. Dinsmore. Die lebensfrohen älteren Dame hat mit ihrer Energie und Direktheit für die unterhaltsamsten Momente des Romans gesorgt hat. Ohne sie wäre es für mich deutlich schwieriger geworden.
Schade drum, denn der Rahmen stimmt: Paris als Kulisse ist wunderbar eingefangen, der Schreibstil ist flüssig und charmant, und die Meta-Ebene des Romans – ein Buch im Buch mit demselben Titel – fand ich gut. Wäre Andrés Versteckspiel nicht gewesen, hätte das ein richtig schönes Buch sein können. Das Lächeln der Frauen hat viel Potenzial, konnte mich aber leider nicht ganz überzeugen.