Titel Iron Flame – Flammengeküsst Reihe Fourth Wing Band 2. Band Autorin Rebecca Yarros Übersetzerinnen Michaela Kolodziejcok & Michelle Gyo Illustrator:in – Verlag dtv Erschienen als Hardcover Genre Fantasy Preis 28,00 € Seitenzahl 960 Seiten Bewertung

Wer meinen Beitrag zu Fourth Wing kennt, weiß: Die Reihe hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Iron Flame – Flammengeküsst hat das nicht geändert – auch wenn man ihm anmerkt, dass es ein Zwischenband ist: Es gibt Längen, und einige Momente hätten es für mich nicht gebraucht. Mehr dazu in meiner Rezension:
Was Iron Flame – Flammengeküsst so fesselnd macht, ist der clevere Aufbau des Plots. Die machthungrige Führungsriege, die alles für ihr Gebiet opfert, bis es auffliegt und Basgiath spaltet – das hat mich durchweg gefesselt. Die Aufklärung der Bürger fand ich klasse erzählt, das Rätsel um Obelisken und Schutzzauber war super gelöst, und Aretia als zweite Schule hat mir richtig gut gefallen. Besonders clever: Die Greifen-Flieger-Kritik an Klassengesellschaften ist ein Twist, den ich so nicht kommen sah. Violets Folterszene hat mich dagegen wirklich mitgenommen.
Figurenentwicklung mit kleinen Abzügen in der B-Note
Figurenmäßig hat mich der Band wieder überzeugt, mit einem kleinen Aber bei Violet. Sie lässt sich diesmal mehr vormachen als in Band 1, und ich habe beim Lesen mehr als einmal gedacht, dass sie sich nicht so viel gefallen lassen soll. Den Deal ihrer Mutter mit Xaden hätte ich als Allererstes aus ihm rausgequetscht. 😅
Xadens Kronen-Potenzial hingegen hat mich überrascht. Rückblickend absolut logisch, aber ich habe es nicht kommen sehen. Cats Entwicklung von gehasst zu respektiert (ohne nerviges Liebesdreieck!) fand ich toll, und Violets Mutter beeindruckt mich mit jeder Szene mehr. Respekt, aber kein Kuschen, das passt einfach zu ihr.
Und dann sind da noch Andarna und Tairn, deren Gekabbel mich jedes Mal zum Lachen bringt. Mit Andarnas Überraschung gegen Ende hatte ich null gerechnet. Die Drachen sind einfach das absolute Herzstück der Buchreihe.
Was mich etwas gestört hat: Die Violet-Xaden-Streitereien, die sich immer wieder im Kreis drehen und regelmäßig in Sexszenen enden, wirkten auf mich unrealistisch und handlungsfern. Warum erzählt er nicht einfach alles? Das hat die Seiten gestreckt, ohne die Geschichte wirklich voranzutreiben.
Iron Flame ist schwächer als Band 1, aber das auf hohem Niveau. Weltaufbau, Magie, Revolution und Figurenwachstum begeistern mich nach wie vor, und der grandiose Showdown am Ende macht die Längen mehr als wett. Für Drachen-, Action- und Intrigenfans trotz kleiner Macken ein klares Muss!