Rezension

Eine Hymne an das Leben

Titel Eine Hymne an das Leben
Reihe
Band Einzelband
Autorin Gisèle Pelicot
Übersetzerin Patricia Klobusiczky
Illustrator:in
Verlag Piper Verlag
Erschienen als Hardcover
Genre Biografie
Preis 25,00 €
Seitenzahl 256 Seiten
Bewertung
Eine Hymne an das Leben
Eine Hymne an das Leben

Es gibt Bücher, die man lesen muss. Eine Hymne an das Leben wechseln von Gisèle Pelicot ist eines davon.

Ich habe es genau aus diesem Grund gelesen – und es hat mich tief bewegt. Was mir so unfassbar imponiert hat, ist die Stärke dieser Frau. Dass sie nicht kleinbeigegeben hat. Dass sie den Mut aufgebracht hat, diesen Weg in der Öffentlichkeit zu gehen. Und dass sie trotz allem weiterhin an die Liebe glaubt. Ihr Weg ist nicht nur ihr eigener, sondern sinnbildlich leider der so vieler Frauen – und genau deshalb ist dieses Buch so wichtig.

Eine Hymne an das Leben: Eine Geschichte in zwei Zeitebenen

Gisèle Pelicot erzählt ihre Geschichte im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. In der Vergangenheit zeichnet sie ein Bild ihrer Kindheit, wie sie ihren Mann kennen- und lieben lernte und wie die beiden ihre gemeinsame Familie gründeten. In der Gegenwart begleiten wir sie ab dem Moment, in dem sie feststellt, was ihr Mann ihr angetan hat, bis zum Ende der Verhandlungen. Stück für Stück ergibt sich ein Gesamtbild, das meine Hochachtung vor Gisèle Pelicot mit jeder Seite hat größer werden lassen.

Obwohl das Thema so unfassbar schwer ist, konnte ich Eine Hymne an das Leben nicht aus der Hand legen. Denn der Titel ist Programm, und das auf jeder Seite. Vor allem Gisèle Pelicots stoische Art und ihr Mut haben mich von der ersten bis zur letzten Seite tief beeindruckt.

Was mich am meisten schockiert hat, waren die Schwere der Tat und die Tatsache, dass ihr Mann so lange unbemerkt damit durchgekommen ist. Dass sein Gaslighting so erfolgreich war, dass Gisèle Pelicot so tief an sich gezweifelt, mehrere Ärzte aufgesucht und die Schuld bei sich gesucht hat. Und das Beängstigenste: Man hätte es ihrem Mann niemals zugetraut. Nach außen hin der perfekte Vater, Ehemann und Freund, im Inneren ein Mann, der zeigt, wie wenig wir manchmal über die Menschen wissen, denen wir am nächsten stehen.

Eine Hymne an das Leben ist ein wichtiges, mutiges und bewegendes Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde. Gerade weil das Thema so schwer ist, ist es umso wichtiger, es zu lesen und darüber zu sprechen.

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